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Aufgelesen

Aufgelesen: Kein Grund zur Panik

Deutschlands Demokratie ist nicht so schwach, wie viele glauben oder glauben machen wollen

Foto: LGheute13.09.2026 - Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt sind die Warnungen vor der AfD nochmals stärker und lauter geworden, gestern gingen zudem bundesweit Zehntausende auf die Straße, weitere Proteste sind angekündigt. Allen gemein ist die viel geäußerte "Angst" vor einem Ende der Demokratie, sollte die AfD an die Regierung kommen. Selbst Bezüge zum Untergang der Weimarer Republik durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten werden hergestellt. Die Panik scheint groß. Doch die Demokratie in Deutschland ist nicht so schwach, wie viele glauben oder glauben machen wollen. 

Aufgelesen: 1932

Foto: LGheute02.09.2026 - "Der Reichstag vom Juli 1932 war der erste, in dem es keine regierungsfähige Mehrheit einer noch so großen Koalition bürgerlicher und sozialdemokratischer Parteien mehr gab. Jetzt bildeten die beiden revolutionären, staatsverneinenden Parteien, die Nationalsozialisten auf der Rechten und die Kommunisten auf der Linken, zusammen eine Mehrheit, von der sie natürlich nicht gemeinsam Gebrauch machen konnten." Zitiert aus: Sebastian Haffner, Von Bismarck zu Hitler, Kindler Verlag 1987.

Aufgelesen: Flachzangen

Warum die Aufregung über eine Bemerkung von Alice Weidel unbegründet ist 

Foto: LGheute30.08.2026 - Vorweg eines: Flachzangen sind ein überaus nützliches Werkzeug, wenn es darum geht, Dinge zu greifen oder zu halten. Sie sollten in keinem ordentlichen Haushalt fehlen. Dass Flachzangen seit dem Sommer-Interview von Alice Weidel im ZDF zum politischen Schimpfwort geworden sind und vor allem in bestimmten Teilen der Politik und ihnen gleichgelagerten Medien für Entrüstung sorgen, verwundert dennoch. Daher zur Erinnerung nachfolgend einige der markantesten Beschimpfungen aus einer Zeit, als in der Politik noch mit härteren Bandagen um Aufmerksamkeit gerungen wurde. 

Aufgelesen: Erbarmungslos

Der Kampf gegen neue politische Strömungen führt nicht immer zum erhofften Ziel 

Foto: LGheute28.08.2026 - "Und so führte Bismarck von 1878 an einen erbarmungslosen Kampf gegen die Sozialdemokraten. Das 'Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie' sah schreckliche Dinge vor: Ausweisung der Führer – nicht aus Deutschland, aber aus ihren jeweiligen Wohnsitzen –, Verbot sozialdemokratischer Vereine, von Versammlungen, Druckschriften, Zeitungen. Die Sozialdemokratie existierte in der zweiten Hälfte der Bismarckzeit höchstens noch halb legal. Sie war wirklich verfolgt. Zwar durfte sie sich um Reichstagssitze bewerben, durfte Wahlkämpfe führen und auch im Reichstag vertreten sein. An diese verfassungsmäßigen Rechte rührte Bismarck nicht. Alles andere aber blieb der SPD verboten.

Aufgelesen: Einen Toast auf Gianni

Warum Fifa-Boss Infantino ein Glücksgriff ist 

Foto: LGheute02.07.2026 - Man kann über Gianni Infantino sagen, was man will, eines aber sicher nicht: dass die Fußball-Weltmeisterschaft unter seiner Ägide langweilig geworden ist. Wie kaum zuvor ist die WM 2026 geprägt von spielerischen Wettkämpfen, in denen sich vor allem die etablierten Fußball-Nationen unverhofft Teams gegenüber herausgefordert sehen, denen die große Fußball-Bühne bislang verschlossen war – für jedes Fußballer-Herz ein echter Gewinn. Infantino aber hat noch mehr zu bieten.

Aufgelesen: Falsche Rituale

Warum es wichtig ist, die AfD zu Wort kommen zu lassen

Foto: LGheute26.06.2026 - Wenn im Lüneburger Rat der AfD-Politiker Dirk Neumann ans Rednerpult tritt, lichten sich für gewöhnlich die Fraktionsreihen bei Grünen und Linken. Man will noch nicht einmal hören, was er zu sagen hat, geschweige denn dazu Stellung nehmen. Erst wenn Neumann wieder seinen Platz eingenommen hat, kehren auch sie zurück. Diese stille Form der Ablehnung hält schon lange an, scheint der AfD angesichts weiter steigender Umfragewerte aber eher zu nutzen als zu schaden. Ähnliches Ausgrenzungsgebaren legen auch immer noch zahlreiche Medien an den Tag. Interviews mit AfD-Politikern würde ihnen nur eine Bühne geben, so die häufig gehörte Begründung. Alev Doğan, stellvertretende Chefredakteurin von "The Pioneer" hält das für falsch – und hat den umstrittenen AfD-Bundestagsabgeordneten Maximilian Krah interviewt. Ihre Begründung ist lesenswert.

Aufgelesen: Notverkehr

Die Bahn als Gradmesser für den Zustand Deutschlands   

Foto: LGheute25.06.2026 - Wer glaubt, nach dem Totalausfall der Deutschen Bahn in der vergangenen Nacht geht es nun, rund zwanzig Stunden später, wenigstens regional halbwegs geordnet weiter, glaubt vermutlich auch an den wirtschaftlichen Aufschwung in diesem Land. Doch die Realität sieht anders aus. Aktuelles Beispiel: Aufgrund eines Kabelschadens ist der lokale Zugfunk auf der Erixx-Stecke zwischen Gifhorn und Wieren ausgefallen. Aus Sicherheitsgründen muss die Strecke in beiden Richtungen bis auf Weiteres gesperrt werden.

Aufgelesen: 259

Warum die AfD mit Robert Habeck gleichzieht

Foto: LGheute18.05.2026 - Wer sich angesichts des desolaten Zustands der amtierenden Bundesregierung noch nicht vollends vom politischen Geschehen abgewendet hat, dem sei "Welt TV" empfohlen. Anders als bei den Öffentlich-Rechtlichen Medien von ARD, ZDF und Deutschlandfunk kommen hier auch Stimmen zu Wort, die dort gern ignoriert werden. Prominentes Thema: die aktuelle Aufregung um die Ankündigung der AfD, in Sachsen-Anhalt hunderte Posten in den Ministerien neu zu besetzen. Der Aufschrei bei den Öffentlich-Rechtlichen und den ihnen angeschlossenen Parteien ist groß. Die Realität aber sieht anders aus.

Aufgelesen: Ohne Relevanz

Wo bleibt der Blick der öffentlich-rechtlichen Medien für die wirklichen Probleme?

Foto: LGheute20.04.2026 - "Alles von Relevanz". Mit diesem Motto wirbt der Deutschlandfunk (DLF) seit langem schon selbstbewusst für sein bundesweites Radioprogramm. In Sachen Nachrichten sieht sich der öffentlich-rechtliche Sender ohnehin gern an vorderster Front: Drei Mal am Tag, morgens, mittags und am Abend wird über alles berichtet, was der Sender für "relevant" hält. Offenbar nicht so relevant ist dem DLF ein Thema, das aktuell aber viele besorgt: ein immer wahrscheinlich werdender Kerosinmangel, der ausgerechnet zu Beginn der bevorstehenden Urlaubsreisewelle zu massenhaften Flugausfällen führen könnte.

Aufgelesen: Beleg der Politiklosigkeit

Warum die heute beschlossene Maßnahme der Bundesregierung gegen gestiegene Spritpreise gegen sie selbst spricht

Foto: LGheute13.04.2026 - Gut sechs Wochen brauchte die Bundesregierung, um auf die durch den Iran-Krieg gestiegenen Spritpreise zu reagieren. Am Morgen stellte sie ein Entlastungspaket vor, in dessen Zentrum die Reduzierung der Minerölsteuer steht. Um 17 Cent pro Liter soll der Spritpreis sinken, der seit Beginn des Kriegs um mehr als das Dreifache gestiegen ist. Das Entlastungspaket habe die "Handlungsfähigkeit der Koalition gestärkt", heißt es dazu aus der regierungsbeteiligten SPD. Aus Sicht des 16-Prozent-Koalitionspartners mag das stimmen. Tatsächlich aber ist die Maßnahme nicht nur wirkungslos, sie ist auch Ausdruck einer Politikunfähigkeit der regierenden Parteien, die seit Jahren das Land lähmt.