17.08.2026 - Dass massenhaft Personen, die zu Fuß die Dömitzer Elbbrücke passiert haben, in die Elbe gestürzt sind, weil das Geländer der Brücke nicht hoch genug war, das war bislang noch in keinem Polizeibericht zu lesen. Doch was nicht geschehen ist, hätte ja geschehen können. Dieser Logik folgend werden nicht nur an der Dömitzer Elbbrücke, sondern vielerorts im Land Arbeiten durchgeführt, die als ein Mehr an Sicherheit verkauft werden, bei kritischer Betrachtung aber überflüssig sind. Doch sie folgen einem Prinzip, dem sich keine Behörde entziehen kann.
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11.08.2026 - Es kommt nicht allzu oft vor, dass man Politikern zurufen möchte: "Gut gemacht!" Im Fall der Entscheidung des Landkreises Lüneburg, die Elbfähre "Amt Neuhaus" trotz Niedrigwasser wenigstens für Schüler wieder übersetzen zu lassen, ist ein solches Lob angebracht. Denn ihnen werden damit zermürbende Überlandfahrten mit dem Bus erspart, die zu noch fast nachtschlafender Zeit angetreten werden müssen, um rechtzeitig im Unterricht zu erscheinen, nur weil sie auf der anderen Seite der Elbe leben. Dass diese Lösung gefunden wurde, ist anzuerkennen. Gänzlich uneigennützig wird sie dennoch nicht getroffen worden sein.
08.08.2026 - Lüneburg hat wie jede mittelgroße Stadt eine Vielzahl von Kinderspielplätzen. Das ist gut so, Kinder brauchen schließlich einen Ort, an dem sie mit Gleichaltrigen zusammenkommen, mit ihnen spielen, klettern und toben, sich mit ihnen messen können. Vor allem brauchen sie ihn, um im Spiel eigene Fähigkeiten und Grenzen zu erfahren, lernen, Niederlagen auch mal wegzustecken, wieder aufzustehen und weiterzuspielen, kurzum: soziale Kompetenz erwerben. Viel braucht ein solcher Spielplatz dafür nicht. Dass die Stadtverwaltung nun um Vorschläge bittet, wie der vorhandene Spielplatz am Liebesgrund noch attraktiver werden kann, zielt daher in die falsche Richtung. Auch aus einem weiteren Grund.
29.07.2026 - Was geht nur in ihren Köpfen vor? Das fragt man sich angesichts der Entscheidung, die von den Mitgliedern des Wahlausschusses des Landkreises Lüneburg heute getroffen wurde. Mit großer Mehrheit beschlossen sie, den AfD-Politiker Stephan Bothe nicht als Kandidat fürs Landratsamt zuzulassen. Das mag aus Sicht der Mitglieder, die parteipolitisch nominiert wurden, nachvollziehbar sein, verfassungsrechtlich aber wirft dies ernste Fragen auf. Mit der AfD hat dies indes nur wenig zu tun. Und auf den Landkreis Lüneburg kommen harte Zeiten zu.
30.06.2026 - Als hätte man drauf warten können: Rechtzeitig zu Beginn des Kommunalwahlkampfs kommt der Landkreis Lüneburg mit Bedenken um die Ecke, der AfD-Bewerber ums Landratsamt, Stephan Bothe, stehe nicht auf dem Boden des Grundgesetzes. Formal ist daran nichts zu beanstanden. Eine Behörde, in diesem Fall die Kreiswahlleiterin, muss das in ihrem Rahmen Notwendige tun, um eine Wahl ordnungsgemäß durchführen zu lassen. Das Vorgehen hat dennoch mehr als nur ein Geschmäckle.
25.05.2026 - Wenn es um Bildung geht, kennt die Politik seit Jahrzehnten nur ein Ziel: Es muss mehr dafür getan werden. Die Ergebnisse sind dennoch erschreckend, wie die PISA-Zahlen ebenfalls seit Jahren belegen. Umso vehementer fallen anschließend regelmäßig die Forderungen der Politik aus, insbesondere wenn Wahlen bevorstehen. In Lüneburg ist das nicht anders, wie der Rat in seiner jüngsten Sitzung bewies.
05.05.2026 - Er kann's nicht lassen. Dreißig Jahre war Ulrich Mädge Oberbürgermeister von Lüneburg, hat die Stadt geformt und in vielen Punkten vorangebracht, hat Gelder eingesammelt, Projekte gestemmt, Allianzen für seine Ziele geschmiedet und sich mit Widersachern auch mal angelegt. Und nun will der 75-Jährige wieder ins Rathaus zurück. Dieses Mal nicht als Chef der Verwaltung, sondern als dessen kritischer Begleiter und Kontrolleur. Für Lüneburg kann das nur von Vorteil sein.
19.03.2026 - Die Forderung der Wirtschaft kommt spät, doch letztlich so zielsicher wie immer, wenn Wirtschaft und Betriebe sich zu kurz gekommen fühlen. Der Grund diesmal sind die steigenden Spritkosten, die sich eingestellt haben, seit US-Präsident Donald Trump den Iran beschießen lässt. Dass es dafür hinreichende Gründe gibt, ist das eine. Dass unklar ist, wie die Weltwirtschaft mit dem sich nun auftuenden Konflikt, der sich zu einem immensen Schaden für alle Beteiligten und auch Unbeteiligten ausweiten kann, ist das andere. Klagen der regionalen Wirtschaft hierzulande sind insofern nachvollziehbar. Aber eigentlich beschwert sie sich über sich selbst.
04.03.2026 - Es macht sich immer gut, für Schwächere, Unschuldige oder Zukurzgekommene einzustehen, zeugt es doch von Empathie und Gerechtigkeitsempfinden. In der Politik gehört moralische Entrüstung deshalb längst zum Grundrepertoire aller Parteien, wenn auch mit unterschiedlicher Ausprägung. Zu verlockend das Angebot, auf diese Weise schnell ein paar Stimmen einsammeln zu können, besonders in Wahlkampfzeiten. Die Forderung der CDU-nahen Mittelstandsunion Lüneburg, die Politik müsse wegen der steigenden Spritpreise jetzt den Autofahrern helfen, ist aber nicht nur aus diesem Grund problematisch.
15.02.2026 - Es ist wie es ist. Drogis, Alkis und andere Kaputte und solche, die es noch werden wollen, gibt es überall und zuhauf. Auch in Lüneburg. Die Frage aber ist, wie eine Stadt mit ihren Problemfällen umgeht. Lässt man es laufen oder sucht oder versucht man wenigstens Lösungen, auch wenn diese noch nicht erkennbar oder womöglich aussichtslos erscheinen. Kein einfacher Weg. Lüneburg hat sich nun für die Schießgrabenstraße entschieden. Dafür spricht einiges. Ob es die erhoffte Lösung des "Stadtbild"-Problems wird, ist allerdings offen.

