03.04.2023 - Wenn es um die reine Lehre ginge, wäre eigentlich alles klar: Wer das bessere Angebot hat, macht das Geschäft. Doch ganz so rein wollen es einige dann doch lieber nicht haben, vor allem diejenigen nicht, die sonst so gern den freien Handel propagieren: Die Erweiterungspläne für die Verkaufsflächen von Roy Robson in Lüneburg stoßen bei alteingesessenen Händlern auf heftigen Widerstand. Und: Sie reagieren mit Methoden aus dem Mittelalter – Methoden, die Lüneburg immerhin zu beachtlichem Reichtum verholfen haben.
Kommentar
11.03.2023 – Manchmal verwundert es, wie oft Fehler wiederholt werden. 2017 war es, als die Stadtverwaltung ihr Projekt "Urban Gardening" ins Leben rief und in der Stadt zwanzig Holzkisten zur freiwilligen Bepflanzung verteilte. Ein Jahr später waren noch fünf übrig, heute steht noch eine verlassene Kiste mit welkem Inhalt vor dem Lüneburger Museum. 2022 dann sollte die "Essbare Stadt" folgen, Gemüseanbau im Clamartpark. Daraus wurde zum Glück nichts. Nun sollen die "Grünen Oasen" kommen.
20.02.2023 - Helle Aufregung herrscht in der Lüneburger Politik, seit bekannt ist, dass Roy Robson seinen Fabrikverkauf erweitern will. Wobei: Das stimmt nicht ganz. Denn erstens handelt es sich schon längst nicht mehr um einen "Fabrikverkauf", sondern um ein handfestes Outlet Center, und zweitens sind nicht alle Lüneburger Parteien aufgeschreckt. Die Grünen reagieren ziemlich gelassen. Aus deren Sicht aus gutem Grund.
14.02.2023 - Wie macht man ein Gesetz, das keiner haben will? Man definiert die Rahmenbedingungen so, dass der Kreis der Betroffenen möglichst klein ist, das Gesamtergebnis aber trotzdem erreicht wird. Niedersachsens Klima- und Energieminister Christian Meyer (Grüne) hat das jetzt mit der Ankündigung seines Gesetzes zur Ausweisung von Windenergie-Flächen vorgemacht. Ob er damit durchkommt, ist allerdings noch offen.
06.01.2023 - Marketing ist bekanntlich die Kunst, Produkte so anzubieten, dass gern zugriffen wird – egal ob es sich um Billigfleisch, teure Uhren, Krankenhäuser oder überteuerte Kredite handelt. Städte sind da keine Ausnahme. Wer Gewerbe- und Einkommensteuern sichern und Kaufkraft für den lokalen Einzelhandel, Hotel und Gastronomie sichern will, muss sich im Wettbewerb behaupten. Doch wie geht das? Die Lüneburger Marketing-Spezialisten wissen es offenkundig nicht. Müssen sie auch nicht, es läuft ja auch so.
04.01.2023 - "Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab." Diese Weisheit der Dakota-Indianer hat sich per kultureller Aneignung längst auch in Europa verbreitet, nur noch nicht in Teilen der Lüneburger Politik. So hält eine Mehrheit im Rat der Stadt weiter daran fest, die Hindenburgstraße zu dem zu machen, wofür sie am wenigsten geeignet ist.
02.01.2023 – Das wurde auch höchste Eisenbahn. Dass Stadt und Kreis nun in Sachen Verhinderung von Alpha-E Hand in Hand gehen und sich dabei auch der Unterstützung der Politik erfreuen können, lässt aufatmen. Offenbar wurden nun auch im Stadtrat und im Kreistag die Glocken gehört – allerdings die von der anderen Seite, die lautstark und mit zweifelhaften Methoden nur eines will: den Ausbau der Bestandsstrecke, gegen jede Vernunft und jedes Recht. Aber wie es eben ist: Es geht nicht um die Sache, nur um die Wiederwahl.
2022 war aufregend, 2023 wird es ganz bestimmt! Die LGheute-Redaktion hat wieder einen (satirischen) Blick voraus gewagt
31.12.2022 - Nichts ist spannender als der Blick in die Zukunft. Doch was erwartet uns 2023? Die LGheute-Redaktion hat erneut den Blick nach vorn gewagt und die Highlights des kommenden Jahres zusammengefasst. Viel Spaß bei der Lektüre und kommen Sie humorvoll durchs neue Jahr!
30.12.2022 - Was ist nur mit den Ratsmitgliedern los? Was treibt sie angesichts großer finanzieller Not, die horrende Verschuldung Lüneburgs nicht nur nicht zu stoppen, sondern sogar immer weiter voranzutreiben? Wo sind die Taten zu den stets wortreichen Appellen für eine "nachhaltige" und "generationengerechte" Zukunft, wo das Einstehen für die Verantwortung, die sie per Gesetz für das Wohl Lüneburgs übernommen haben? Das Agieren des Rates erinnert mehr an die letzten unheildrohenden Stunden auf der Titanic als an ein vorausschauendes Kommando auf einem Patrouillenboot.
20.12.2022 - Diese Besetzung hat das Zeug, in die Annalen der internationalen Besetzer-Szene einzugehen. Nicht, weil die Forderungen besonders drastisch oder die Formen ihrer Durchsetzung besonders rabiat waren – Wände wurden nicht mit Parolen beschmiert, Mobiliar wurde nicht zertrümmert, Professoren nicht bepöbelt, nicht mal die Universitätsleitung wurde zum Rapport bestellt. Nein, diese Besetzung war nicht nur rührend harmlos, sie hatte auch ein echtes Überraschungsmoment: Die Besetzer räumten bereits das Feld, noch bevor sie ihre Forderungen überhaupt gestellt hatten.