Lüneburger Hafen zieht weiter an

Umschlagszahlen steigen erneut in Folge – Millionen-Investition in neue Anlagen

Der Lüneburger Hafen nimmt weiter Fahrt auf. Foto: Hafen Lüneburg GmbHLüneburg, 30.01.2018 - Der Lüneburger Hafen ist weiter auf Wachstumskurs. Wie die Hafen Lüneburg GmbH berichtet, sind die Umschlagszahlen das vierte Jahr in Folge erneut gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Güter- und Warenumschlag in 2017 um 23 Prozent auf rund 363.808 Tonnen zugenommen. Die Steigerung resultiere vor allem aus dem allgemeinen Wirtschaftswachstum sowie aus der Inbetriebnahme einer neuen Düngemittelhalle direkt im Binnenhafen Lüneburg. Auch finden wieder vermehrt und stetig Bahntransporte für das produzierende Gewerbe statt. Das Unternehmen kündigte zudem weitere Investitionen an.

Die insgesamt positive Entwicklung in 2017 (+23 Prozent im Gesamtumschlag) resultiert vor allem aus einer Steigerung des Umschlags von Düngemitteln (+175 Prozent), von land- und forstwirtschaftlichen Produkten (+22 Prozent) und Steine und Erden (+19 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr war der Umschlag von Kohle um -6 Prozent und Fertigprodukten um -21 Prozent jedoch rückläufig. Nachdem in 2016 die Firma Scholz Recycling GmbH ihren Betrieb in Lüneburg eingestellt hatte, fand in 2017 kein Umschlag von Metallabfällen mehr statt.

Auch für 2018 und die Folgejahre rechnet das Hafen-Unternehmen mit positiven Entwicklungsperspektiven durch Ansiedlung weiterer Unternehmen. In diesem Jahr soll ein umfangreiches Investitionsprogramm zum Erhalt und Ausbau der Hafenanlagen starten.

So plant die Hafen Lüneburg GmbH mit Unterstützung des Landes Niedersachsen in 2018 und 2019 rund 2,3 Millionen Euro in betriebliche Maßnahmen, in die Grunderneuerung und den Ausbau der Anlagen zu investieren. Aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Förderprogramm des Landes Niedersachsen zur Stärkung CO2-armer Verkehrsträger liegt der Hafen Lüneburg GmbH eine Förderzusage von rund 900.000 Euro vor.

Stetig findet im Hafenbecken eine Sedimentation von Schlämmen, vor allem aus dem Elbeseitenkanal statt, so dass zur Inbetriebnahme des Liegeplatzes 7 (Südseite des Hafens) an der neuen Düngemittelhalle und auch zur zukünftigen Nutzung der Liegeplätze 1 und 2 (Ostseite des Hafens) ein erneute Entschlammung des Hafenbeckens notwendig geworden ist. Am Liegeplatz 7 wird zukünftig das Löschen von Binnenschiffen mit Düngemitteln über eine unterirdische Förderbandanlage erfolgen. Dazu werden auch weitere Umschlags- und Lagerflächen im Süden der Hafenanlage hergerichtet.

Entlang der neuen Düngemittelhalle und der Bahnanlagen wird im Süden der Anlage von der Otto-Brenner-Straße aus eine neue, zusätzliche Zufahrt entstehen, die Zugleich die Möglichkeit bieten soll, außerhalb der bestehenden Schiffsumschlagsflächen Bahnwaggons seitlich zu be- und entladen. Zudem sollen weitere Flächen im Bestand der Anlage vor allem für Verkehrszwecke, unter anderem als Parkraum für Lkw, hergerichtet werden.

Zugangs-Kontrollsystem geplant

Der Hafenbereich soll darüber hinaus eingezäunt, mit Toranlagen und einem Zugangskontrollsystem ausgerüstet werden. Diese Maßnahme wird zwingend notwendig, um zukünftig den unbefugten Zutritt zur Betriebsfläche und den dort vorhanden Gefahrenbereichen zu verhindern. Damit entstehe ein abgesichertes Betriebsgelände, auf dem Güter, Waren und Geräte zukünftig besser geschützt und überwacht werden können, teilt das Unternehmen mit.

Die 1976 in Betrieb genommenen technischen Anlagen der Mittelspannungsversorgung und Flächenbeleuchtung werden grunderneuert und die Flächenbeleuchtung ergänzt.

Angeschafft wird zudem ein mobiler Hafenbagger, der an allen Schiffsliegeplätzen, an der Bahn und auf den Lagerflächen zum Einsatz kommen wird. Der vorhandene Portaldrehkran, Baujahr 1976, ist schienengebunden und kann somit nur an den Liegeplätzen 3 bis 6 an der Westseite des Hafens zum Einsatz gebracht werden. Die Investition in ein zweites Umschlagsgerät macht die Nutzung aller vorhandenen Liegeplätze möglich und schafft den für den Betrieb notwendigen Ersatz bei Ausfall eines Baggers.

Batterieladestation für Hybrid-Barge geplant

Vorgesehen ist zudem die Einrichtung eines allgemein zugänglichen Landstromanschlusses für Binnenschiffe. Die Hafen Lüneburg GmbH steht in diesem Zusammenhang in konkreten Abstimmungen mit dem Entwicklungskonsortium zum Bau einer Hybrid-Barge unter der Führung der Berliner Hafen- und Lagerhaus AG (BEHALA) zur Einrichtung einer Batterieladestation für die Barge im Hafen Lüneburg. Die Hybrid-Barge fungiert als Schubboot für Schuten, als flexibel nutzbarer Schubverband. Die Barge wird mit einem Hybridantrieb aus Batterien und einer Brennstoffzelle ausgerüstet werden. Zwischen Berlin und Hamburg und Zwischenstopp im Lüneburger Hafen soll mittel- und langfristig ein "Zero-Emission Transport" in Berlin und auf den norddeutschen Binnenwasserstraßen etabliert werden.

 

 

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