Investoren planen Gewerbe und Wohnungen in Ochtmissen

Neue Pläne für das ehemalige Sperli-Gelände - Einmündung Walter-Hänel-Weg soll geregelt werden

Lüneburg/Ochtmissen, 15.02.2013 - Für das ehemalige Sperli-Gelände in Ochtmissen gibt es neue Nutzungspläne. Gestern Abend stellte Matthias Eberhard, Leiter des Bereichs Stadtplanung der Hansestadt Lüneburg, in der Ochtmisser Ortsratssitzung die Pläne der neuen Investoren vor. Danach soll der Großteil des Geländes zwar weiterhin gewerblich genutzt werden, auf dem noch unbebauten Streifen entlang des Wilhelm-Hänel-Wegs aber sollen künftig Wohnungen entstehen. Stadt und Ortsrat begrüßen die Pläne grundsätzlich, äußerten aber Vorbehalte hinsichtlich der Art der Wohnbebauung.

"Es sind allererste Ideen, und die sind auch noch längst nicht ausgereift", sagte Matthias Eberhard. Die Pläne, die auch dem Bauausschuss noch nicht vorgestellt worden sind, sehen im Wesentlichen eine gewerbliche Nutzung für das 102 Hektar große Gelände vor. Die vorhandenen Gebäude sollen nach Möglichkeit weiter genutzt werden, ebenso die bisherige Zufahrt zum ehemaligen Sperli-Gelände. Welche Gewerbe genau sich dort ansiedeln sollen, sei noch offen, so Eberhard.

Neu sind hingegen Pläne, auf dem Gelände auch Wohnungen zu errichten. Nach den Vorstellungen der drei Lüneburger Investoren, die im vergangenen Jahr das Gelände erworben hatten, ist auf dem Freigelände entlang des Wilhelm-Hänel-Wegs eine sogenannte verdichtete Wohnbebauung mit mehrgeschossigen Häusern vorgesehen. 

Dies aber stößt sowohl bei der Stadt als auch im Ochtmisser Ortsrat auf Bedenken. "Eine Wohnbebauung begrüßen wir, Hochhäuser wollen wir nicht", sagte Ortsbürgermeister Jens-Peter Schultz gestern Abend. Mehrgeschossige Wohnanlagen seien ortsuntypisch und passten nicht in das Umfeld.

Grundsätzliche Zustimmung gab es zur gewerblichen Weiternutzung des Geländes. "Das Areal war ja auch bislang Gewerbegebiet, das ist ok", sagte Schultz. Allerdings gehe er davon aus, dass die weitere Planung den Wunsch der Ochtmisser berücksichtige, keine verkehrsintensive Nutzung zuzulassen. "Wir sind froh, dass solche Pläne eines früheren Investors vom Tisch sind", so Schultz.

Im vergangenen Jahr sorgte ein Gartengroßhandels-Betrieb für Schlagzeilen, der sich auf dem ehemaligen Sperli-Gelände ansiedeln wollte. Doch nachdem bekannt wurde, dass dem Gebiet mit täglich bis zu 1000 zusätzlichen Fahrzeugen der Verkehrskollaps drohte, legte die Stadt den Rückwärtsgang ein, der Investor gab sein Vorhaben auf.

Die neuen Pläne sollen nun zunächst dem Bauausschuss vorgestellt werden. Sollte dieser grünes Licht geben, kann in vier bis acht Wochen mit dem Bauleitplanverfahren und anschließend mit der erforderlichen Anpassung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans begonnen werden, so Stadtplaner Eberhard.

|| Stadt favorisiert Ampelanlage für Einmündung in die Hamburger Straße ||

In diesem Zusammenhang wurde gestern Abend auch über die Neugestaltung der Einmündung des Walter-Hänel-Wegs in die Hamburger Straße diskutiert. Der Ortsrat fordert seit Jahren an dieser Stelle eine Ampel oder einen Kreisel. Dr. Karl-Heinz Rehbein als Vertreter der Stadt machte deutlich, dass die Stadt hier Regelungsbedarf sehe.

Allerdings werde es nach seiner Einschätzung wohl auf eine Ampel hinauslaufen, da die Errichtung eines Kreisels wegen der Abschüssigkeit des Geländes bautechnsich problematisch sei. Auch müssten dafür zusätzliche Flächen erworben werden, was aber vermutlich an der Bereitschaft eines Grundstückseigentümers scheitern dürfte, so Rehbein.

Ortsratsmitglied Uwe Plikat (CDU) machte auf verlängerte Wartezeiten aufmerksam, die bei Errichtung einer Ampelanlage entstünden. "Den Verkehrsengpass an der Einmündung haben wir ja nur in Spitzenzeiten, ansonsten kann der Verkehr aber ohne lange Wartezeit schnell abfließen". Rehbein warf dazu ein, eine Ampelanlage könne den Erfordernissen entsprechend geschaltet werden.

Rehbein informierte darüber hinaus, dass die Stadt plane, auch den nördlichen Teil der Hamburger Straße zu übernehmen. Ziel sei es, die Straße als Ortsdurchfahrt einstufen zu können, um beiderseits der Straße Bebauungen vornehmen zu können. Derzeit ist dieses Teilstück noch als freie Strecke klassifiziert, eine straßennahe Bebauung sei so nicht möglich. Die Stadt ist hierzu bereits in Verhandlungen mit der Straßenbauverwaltung.

 

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