Kein ICE durch die Vorgärten

SPD und Grüne in Reppenstedt wollen Resolution gegen Y-Trasse

Reppenstedt, 06.10.2014 - SPD und Grüne wollen dem Gemeinderat Reppenstedt am 16. Oktober einen Resolutionsentwurf vorlegen, mit dem sich Reppenstedt gegen die Pläne der Deutschen Bahn wendet, mit der sogenannten Y-Trasse den Personenfernverkehr künftig zwar durch Gellersen hindurch, im Ergebnis aber an der Region Lüneburg vorbeizuführen. Einen ähnlich lautenden Text soll nach rot-grüner Vorstellung auch der Samtgemeinderat in seiner nächsten Sitzung beraten. "Wir möchten unseren Vertretern im Bürgerdialog des Landes ein klares Votum mit auf den Weg geben", erklären die jeweiligen Parteivorsitzenden, Prof. Dr. Hinrich Bonin für die SPD und Oliver Glodzei für die Grünen.

Die Y-Trasse bzw. deren Alternativen sollen den Bahnverkehr zwischen Hannover und Hamburg/Bremen regeln. Anfang 2014 hatte die DB Netz AG eine Untersuchung der Varianten der Y-Trasse vorgelegt. Außerdem fanden in den vergangenen Monaten zahlreiche Informationsveranstaltungen für Kommunalpolitiker in den betreffenden Landkreisen statt.

Den Gellersern sei vor allem ein Dorn im Auge, dass den erheblichen Belastungen durch einen Streckenneubau keinerlei Nutzen gegenüberstehe, betonen die beiden Politiker. "Wir werden im Gegenteil noch abgehängt von ICE und IC, die dann zwar durch unsere Vorgärten fahren, aber eben nicht mehr für uns halten.“

Problematisch sei auch, wenn Trassen allein für den Güter- oder den schnellen Personenfernverkehr geplant würden, weil die keinerlei Nutzen für den Nah- oder Regionalverkehr hätten. Eine seriöse Abwägung von Kosten und Nutzen könne daher kaum eine Empfehlung für eine der beiden Neubauvarianten ergeben. 

Der Dialogprozess zur Y-Trasse und deren Alternativen soll zum Jahresbeginn 2015 starten. Noch bis Ende Oktober 2014 läuft die Ausschreibung, mit der europaweit nach einem unabhängigen, externen Dienstleister gesucht wird, um den Dialogprozess zu planen, zu organisieren und zu moderieren, wie das Niedersächsische Wirtschaftsministerium erklärte.

 

Kommentare  

0 # Oliver J. Glodzei 2014-10-07 10:42
Nur der Vollständigkeit halber: Nicht die Y-Trasse würde durch Gellersen verlaufen, sondern eine von zwei untersuchten Alternativen. Und die brächten keinen Nutzen für den Nahverkehr, sondern drohten die Region vom Fernverkehr abzukoppeln. Davon sind Grün und Rot in Gellersen (und im Landkreis) nicht begeistert.
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