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1 Million Euro für organisatorische Fragen

Verbraucherschutzministerin sichert Fortbestand der Vernetzungsstelle Niedersachsen für die nächsten Jahre

Miriam Staudte. Foto: LGheuteHannover, 19.02.2025 - Kostenlose Schüler-Beförderung, vergünstigte Tickets für die Elbfähren, Zuschüsse für Kitas – es gibt Vieles, womit die Politik das Leben der Bürger angenehmer gestaltet, zumindest für einige. Doch nicht alles, wofür Geld bereitgestellt wird, kommt auch dort an, wo es gebraucht wird. Nicht selten landet es bei Organisationen, die oft nur dafür da sind, Ratschläge zu geben – noch dazu solche, die nicht immer gebraucht werden oder auch wirklich hilfreich sind. Jüngstes Beispiel ist die "Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen". Sie erhält mehr als eine Million Euro aus dem Topf von Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin Miriam Staudte (Grüne).

Bei der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen dürften heute die Sektkorken geknallt haben. Nicht, weil sie für ein warmes Mittagessen in den Schulmensen gesorgt haben, sondern weil ihr Dasein für die nächsten Jahre gesichert ist. Dafür sorgte Verbraucherschutzministerin Miriam Staudte, die heute einen Bescheid für die Weiterförderung für die Vernetzungsstelle in Höhe von 1.010.000 Euro überreicht hat. Damit wird die Finanzierung der Arbeit an den Standorten Lüneburg, Braunschweig und Osnabrück bis Ende 2027 abgesichert und die Vernetzungsstelle noch um den Standort Hannover erweitert. 

Wer nun glaubt, die Vernetzungsstelle kümmert sich um die Schulverpflegung, liegt allerdings falsch. Sie ist lediglich "Anlaufstelle für fachliche und organisatorische Fragen rund um das Thema Schulverpflegung", wie es in der Mitteilung des Ministeriums heißt. Und weiter: "In dieser Funktion organisiert sie Informationsveranstaltungen, Fachtagungen und Fortbildungen und berät Schulen, Schulträger und Verpflegungsanbieter. Zudem vernetzt sie die genannten Akteure der Schulverpflegung, wenn es um Qualität, Organisation und die Gestaltung einer zeitgemäßen, gesundheitsfördernden und nachhaltigen Schulverpflegung geht."

◼︎ Geld für Lüneburg erschließt sich nicht

Warum es aber nun eine solche "Vernetzungsstelle braucht", noch dazu eine, die mit mehr als einer Million Euro Steuergeldern unterhalten werden muss, erschließt sich nicht. Schließlich dürften Schulen inzwischen so gut aufgestellt und vernetzt sein, dass sie wissen, wie sie ihre Schüler satt bekommen. Zudem ist rätselhaft, wie eine in Braunschweig ansässige Organisation die Schulverpflegung in Lüneburg sicherstellen will.

Doch darum geht es offenbar auch nicht. Wie der Website der Organisation zu entnehmen ist, werden lediglich allgemeine Informationen rund um gesunde Ernährung angeboten inklusive diverser Veranstaltungen, alles online. Warum dann aber Geld für Standorte in Lüneburg, Braunschweig, Osnabrück und nun auch noch Hannover benötigt wird, erschließt sich nicht. 

◼︎ Richtige Ideologie wird gefördert

Eine Erklärung bietet Verbraucherschutzministerin Miriam Staudte. Sie sagt: "Die Arbeit der Vernetzungsstelle leistet einen wichtigen Beitrag bei der Umsetzung unserer Ernährungsstrategie." Mit anderen Worten: Wer der Ideologie des grün geführten Ministeriums folgt, darf mit großzügiger finanzieller Unterstützung rechnen.

Staudte sieht die Ziele ihre Ernährungsstrategie aber auch darin, "Möglichkeiten zu identifizieren, wie Kommunen noch mehr bedürftige Familien erreichen und so die Teilnahmerate von Bildungs- und Teilhabeberechtigten am kostenfreien Schulmittagessen erhöhen können". Warum das Ministerium dann aber die Vernetzungsstelle und nicht direkt die ohnehin klammen Kommunen unterstützt, ließ sie offen. 

 

 

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