Witte Barskamp und Focast Lüneburg melden Insolvenz an, bei Panasonic drohen Entlassungen
Lüneburg, 07.12.2024 - Keine guten Zeiten für Arbeitnehmer, und das kurz vor Weihnachten: Gleich zwei bekannte Unternehmen aus der Region haben Insolvenz angemeldet, bei einem weiteren drohen Entlassungen. Insgesamt rund 400 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Auslöser ist zum einen die dramatische Schieflage in der deutschen Autoindustrie, zum anderen sind es die viel zu hohen Energiekosten am Standort Deutschland.
120 Mitarbeiter der Focast Lüneburg GmbH, bekannt noch als Lüneburger Eisenwerk, müssen um ihren Job bangen. Das Unternehmen, spezialisiert auf die Produktion von Gussprodukten für den Maschinen- und Werkzeugbau, hat Insolvenz angemeldet. Zur Begründung nennt das Unternehmen einen durch zunehmenden Protektionismus härter gewordenen Wettbewerb, dem deutsche Unternehmen auch wegen der hohen Energiekosten auf längere Zeit nicht standhalten können, wie es in Medienberichten heißt. Wie viele der Arbeitsplätze gerettet werden können, ist jetzt wohl abhängig davon, ob das Unternehmen durch eine Übernahme erhalten werden kann.
Ebenfalls Insolvenz anmelden musste die Witte Barskamp GmbH & Co. KG in Barskamp. Das Unternehmen mit seinen 187 Beschäftigten hat sich zuletzt mit seinen Produkten stärker auf den Automobilsektor konzentriert, was ihm jetzt auf die Füße fällt. Die Umsätze seien zuletzt deutlich rückläufig gewesen, heißt es. Witte will sich deshalb künftig stärker auf den Medizinsektor und die Rüstungsindustrie konzentrieren und möglichst viele seiner Mitarbeiter behalten. Die Insolvenz kann das Unternehmen in Eigenverwaltung durchführen.
Ebenfalls von der Schwäche der Automobilbranche betroffen ist die Panasonic Industrial Devices Europe GmbH in Lüneburg. Bei dem Unternehmen, dass knapp 600 Mitarbeiter an seinem Standort im Lüneburger Industriegebiet Hafen beschäftigt, könnten an die einhundert Arbeitsplätze wackeln. Davon gehen jedenfalls Mitarbeiter des Unternehmens aus, wie zu lesen ist. Das Unternehmen selbst äußert sich dazu nicht, es würden aber organisatorische Anpassungen mit dem Betriebsrat diskutiert.