header

Hindenburgstraße soll bleiben

Anwohner und Betroffene sprechen sich mehrheitlich gegen Umbenennung aus

Die Hindenburgstraße soll ihren Namen behalten. Das jedenfalls wünscht sich die Mehrheit der Anwohner. Foto: LGheuteLüneburg, 05.03.2025 - Die Hindenburgstraße soll ihren Namen behalten. Das ist das Ergebnis der Umfrage der Stadtverwaltung unter Anwohnern, Gewerbetreibenden und Eigentümern in der Hindenburgstraße. Danach hat sich mehr als die Hälfte der Betroffenen für die Beibehaltung des Namens ausgesprochen. Eine endgültige Entscheidung ist damit aber noch nicht getroffen.

58,57 Prozent der Befragten sprachen sich gegen eine Umbenennung der Hindenburgstraße aus, 33,33 Prozent stimmten dafür. 8,33 Prozent der Fragebögen waren aufgrund von Fehlern ungültig und konnten nicht berücksichtigt werden. 

Auf dem Fragebogen standen drei Namensvorschläge aus der Politik zur Auswahl. Diese waren: Gartenstraße, Sonja-Barthel-Straße und Geschwister-Reiminius-Straße. Darüber hinaus hatten die Befragten die Möglichkeit, eigene Vorschläge anzugeben. Sie konnten sich außerdem ausdrücklich gegen eine Umbenennung aussprechen.

Die Ergebnisse der Befragung wurden jetzt im Kultur- und Partnerschaftsausschuss präsentiert. Demnach hat sich eine Mehrheit der Teilnehmer gegen eine Umbenennung der Straße ausgesprochen.

Bei der Frage, welchen Namen die Hindenburgstraße im Falle einer Umbenennung tragen sollte, sprach sich eine deutliche Mehrheit für den Namen Gartenstraße aus (61 Prozent). 20 Prozent stimmten für Sonja-Barthel-Straße und 19 Prozent für Geschwister-Reiminius-Straße. Darüber hinaus wurden 25 weitere Namensvorschläge gemacht, darunter etwa Am Liebesgrund, Curt-Pomp-Straße oder Carpe-Diem-Straße.

◼︎ Votum gegen die Stadtverwaltung

"Das ist ein klares Votum derjenigen, die in der Straße leben beziehungsweise arbeiten und damit besonders von einer Umbenennung betroffen sind", erklärte Kulturdezernent Matthias Rink. Zugleich ist es aber auch ein klares Votum gegen die Stadtverwaltung, die sich für eine Umbenennung ausspricht.

Nun muss die Politik entscheiden, ob sie diesem Votum aus der Bürger-Beteiligung folgen oder an der Umbenennung festhalten will, denn das Ergebnis der Befragung hat für eine Umbenennung keine rechtliche Bindung. Zunächst wollen nun die Fraktionen zeitnah beraten, bevor im Rat über das weitere Vorgehen entschieden wird. Vom Ausschuss selbst wurde keine Empfehlung ausgesprochen.

Insgesamt hatten 338 Personen an der Befragung teilgenommen, die Beteiligung lag damit bei gut 42 Prozent, laut Rink ein "erfreulich hoher Rücklauf". 

◼︎ Hindenburgstraße bereits drei Mal umbenannt

Die Hindenburgstraße in Lüneburg hat eine bewegte Namensgeschichte. Die frühere Gartenstraße wurde 1933 zur Hindenburgstraße, auf alliierte Weisung dann 1947 wieder zur Gartenstraße und seit 1952 heißt sie erneut Hindenburgstraße. Die Straße ist nach dem ehemaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg benannt. Weil ihm die Unterstützung bei der Machtergreifung der Nationalsozialisten nachgesagt wird, ist in der Vergangenheit immer wieder über eine Umbenennung diskutiert worden. Zuletzt stellten die Fraktionen Grüne, SPD sowie die Gruppe Die Partei/Die Linke den Antrag, die Straße umzubenennen. Eine Befragung wie die jetzt durchgeführte gab es bislang noch nicht.

 

 

 

Kommentar schreiben