Rat beschließt Neubau der IGS Kreideberg – Fertigstellung aber noch in weiter Ferne
Lüneburg, 25.05.2026 - Zu klein, funktional überholt, nur eingeschränkt erweiterbar – so stellt sich die IGS Kreideberg dar, zumindest aus Sicht der Stadtverwaltung. Die will deshalb den Standort durch einen Neubau umfänglich erweitern. Rund einhundert Millionen Euro könnte das nach ersten Berechnungen kosten. Der Rat folgte in seiner Sitzung am Donnerstag der Empfehlung, allerdings unter dem Vorbehalt, dass dafür auch das nötige Geld in der Kasse ist.
Die IGS Kreideberg ist gut nachgefragt. Derzeit besuchen rund 880 Schüler die Schule, perspektivisch sind laut Stadtverwaltung etwa 1.200 zu erwarten. Mit der bereits genehmigten gymnasialen Oberstufe steige der Raumbedarf zusätzlich. "Das pädagogische Konzept der Schule ist zukunftsfähig, die Gebäudeinfrastruktur ist es leider nicht", sagte Maja Lucht, Fachbereichsleiterin Hochbau und designierte Stadtbaurätin, in der Sitzung.
Der bestehende Bau stammt aus den 1970er-Jahren. Seit Jahren arbeitet die Schule mit Provisorien wie Containern und Flächen in der benachbarten Grundschule, die künftig für den Ganztag benötigt werden. Laut Verwaltung fehlen Unterrichts- und Fachräume, Flächen für Ganztag und Selbstlernen sowie ausreichend Sanitäranlagen. Hinzu kämen fehlende Barrierefreiheit und eine veraltete Technik.
Dass vor diesem Hintergrund etwas geschehen müsse, war auch den Ratsmitgliedern klar. Die Frage aber war: Arbeiten im Bestand oder Neubau? Die Verwaltung hatte zwei Varianten untersucht: eine Sanierung mit Teilneubauten und einen kompletten Neubau eines Schulcampus'. Der Neubau auf der heutigen Sportplatzfläche biete aus Sicht der Verwaltung pädagogisch, wirtschaftlich und organisatorisch die besseren Voraussetzungen. Während der Bauzeit könnte der Unterricht weitgehend im Bestandsgebäude fortgeführt werden, nach Fertigstellung würde das alte Gebäude zurückgebaut und auf der frei werdenden Fläche ein neuer Sportplatz entstehen.
◼︎ Zwölf Jahre Bauzeit
Der Rat folgte dieser Empfehlung einstimmig, auch weil hierfür lediglich Kosten in Höhe von rund 98 Millionen Euro genannt wurden, für die Erweiterung des Bestand aber 104 Millionen Euro.
Was nicht so gut im Rat ankam: Die Fertigstellung des Neubaus ist nach derzeitiger Planung erst für 2038 vorgesehen, das Ende der Sanierung sogar erst 2044. Die Verwaltung wurde deshalb beauftragt, eine Beschleunigung des Neubaus zu prüfen. Zudem behält sich der Rat vor, den Bau nur dann freizugeben, wenn auch ausreichend Geld dafür vorhanden ist. Denn dass selbst die jetzt veranschlagten stattlichen 98 Millionen Euro für den Neubau ausreichen, mag die SPD aus heutiger Sicht noch nicht so recht glauben, wie Jörg Kohlstedt in der Sitzung bemerkte.
◼︎ Obendrein noch ein neues Oberstufenzentrum
Bereits begonnen haben die Bauarbeiten für das neue Oberstufenzentrum an der IGS Kreideberg. Die Fertigstellung ist nach aktuellem Stand bis Ende 2028 geplant. Entstehen wird ein zweigeschossiges Schulgebäude in Holzbauweise zwischen der IGS Kreideberg und der Grundschule Kreideberg.
Die Pläne für die IGS sind Teil des neuen Bildungspakts der Stadt, den der Rat am 12. März beschlossen hat. Dieser sieht eine Priorisierung von Schulbauvorhaben vor, im Wesentlichen für die Grundschule Hermann Löns, die Oberschule Am Wasserturm, die Herderschule und das Johanneum.
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