Per Web-Kamera kann seit heute wieder das Storchenpaar in seinem Nest in Echem beobachtet werden
Echem, 25.02.2025 - Wer schon mal ein Haus gebaut hat, weiß um die damit verbundenen Abenteuer. Denn nicht immer gelingt, was ursprünglich geplant war. Viel Wissen und Erfahrung sind erforderlich, damit am Ende alles passt. Umso erstaunlicher, wie sicher Vögel ans Werk gehen, wenn sie ihr Nest bauen. Wer ihnen dabei und der Aufzucht ihres Nachwuchses zuschauen will, hat jetzt Gelegenheit dazu. Der Echemer Carl Sasse hat wieder eine Live-Kamera aufgebaut, die online den Blick auf das frisch bezogene Storchennest auf seinem Haus ermöglicht.
Kritisch wird noch an der einen oder anderen Stelle gezupft und korrigiert, hier und da auch noch mal behutsam ein Zweig nachgelegt. Heute hat das Storchenpaar sein Nest bezogen, alles wird für den geplanten Nachwuchs vorbereitet. Rechtzeitig zur neuen Brutsaison hat auch der Echemer Carl Sasse die Web-Kamera auf seinem Haus wieder installiert, nur wenige Meter vom Storchennest entfernt, das auf den beiden Pferdeköpfen, dem Giebelschmuck an seinem Haus, thront.
Seit vier Jahren schon lässt er die Öffentlichkeit an dem Nestleben teilnehmen, hat dazu – auch mit Unterstützung der Gemeinde – eine Kamera angeschafft und für den Online-Zugang gesorgt. Das Interesse am Nestgeschehen ist von Jahr zu Jahr gewachsen. Einige hundert Besucher seien es inzwischen, die das Angebot täglich nutzen, berichtet Carl Sasse. "Viele freuen sich darüber, ich bekomme immer wieder entsprechende Zuschriften", berichtet sich der Echemer. Sogar Briefpost aus Amerika habe es schon gegeben, "die Absender schrieben, sie freuten sich, auf diese Weise einen Blick in die alte Heimat werfen zu können". Auch Lehrer würden die Live-Kamera inzwischen für ihren Unterrichtet nutzen.
◼︎ Unterstützung auch bei der Nestpflege
Sasse, der auch Klimaschutzmanager der Samtgemeinde Scharnebeck ist, kümmert sich aber nicht nur um den Online-Auftritt. Immer mal wieder muss er aufs Dach, dort die Kamera neu ausrichten oder das Objektiv putzen. Aber auch das Nest selbst brauche Pflege. "Alle paar Jahre muss ich dann rauf und ablasten", sagt der 55-Jährige. Gemeint ist damit das Entfernen von Ballast, der sich über die Zeit im Nest ansammelt und es immer schwerer macht. "Da kommen bei dem fast zwei Meter breiten Nest schon mal zehn bis fünfzehn Schubkarren zusammen."
Ob es immer dasselbe Storchenpaar ist, das Jahr für Jahr in der Dorfstraße in Echem brütet, kann Sasse nicht genau sagen: "Störche sind ortstreu, aber nicht partnertreu. Deshalb kann schon mal der Partner wechseln, sollte einer von ihnen den weiten Weg in den Norden nicht mehr schaffen." Woher aber wissen Störche, wie sie ihr Nest zu bauen haben? "Abgeschaut oder von anderen erlernt haben sie es jedenfalls nicht", sagt der Klimaschutzmanager. Er vermutet: "Das ist in den Genen angelegt."
Wer ihnen dabei und bei der Aufzucht zuschauen möchte, kann dies jetzt live rund um die Uhr unter diesem Link https://echem.de oder direkt hier.