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Alle Prüfungen bestanden

Neue Elbfähre soll im September in den Probebetrieb gehen

Deutlich größer als die jetzige: Die neue Fähre soll Anfang September in den Probebetrieb gehen. Foto: MoinLüneburg, 25.08.2026 - Auch wenn die Elbfähren im Landkreis Lüneburg gefühlt inzwischen mehr am Ufer stehen statt Autofahrer und Passanten über den Fluss zu bringen, soll ausgerechnet eine weitere Fähre für mehr Einsatzfreude und weniger Frust bei den Elb-Pendlern sorgen. Die Rede ist von der neuen Elbfähre "Amt Neuhaus - Bleckede", die kurz vor ihrer Indienststellung steht. Sie hat die offizielle schiffstechnische Untersuchung der Fährstelle in Bleckede durch die Zentrale Schiffsuntersuchungskommission (ZSUK) erfolgreich absolviert. Zunächst aber stehen noch Restarbeiten in der Hitzler-Werft in Lauenburg an.

Nach dem heutigen Prüftermin sowie der Bestätigung sämtlicher Sicherheits- und Zulassungsstandards befindet sich die Fähre nun auf dem Rückweg in die Werft nach Lauenburg, teilte die für den Betrieb zuständige Mobilitätsinfrastruktur und -betriebs GmbH des Landkreises Lüneburg (Moin) mit. In Bleckede wurde die Fährstelle abgenommen, also bestätigt, dass die neue Fähre vor Ort an- und ablegen kann – keine unbedeutende Prüfung, an der schon andere gescheitert sind wie Beispiele in Travemünde und in Missunde an der Schlei zeigen. In letzterem Fall hat das Land Schleswig-Holstein nach jahrelangen Verzögerungen, technischen Problemen und Kosten von mehr als 6,5 Millionen Euro vor wenigen Tagen die Reißleine gezogen und das Projekt "Missunde III" vorerst beendet. Geplant wird nun eine neue Schleifähre. Bis diese fertig ist, soll die "Missunde II", vom Typ her ähnlich der in Bleckede eingesetzten "Amt Neuhaus",  nach einer technischen Überholung wieder den Regelbetrieb aufnehmen.

Ob ein solches Szenario auch in Bleckede droht, ist nach derzeitigem Stand eher unwahrscheinlich. Bereits gestern wurden bei der neuen Fähre sicherheitsrelevante Systeme, der bauliche Zustand sowie die Manövrierfähigkeit des Neubaus gründlich geprüft. Mit dem positiven Prüfbescheid stehe dem stufenweisen Betriebsstart nichts mehr im Weg, so die Moin.

◼︎ Stufenweiser Probebetrieb ab September

Nach den noch anstehenden Restarbeiten ist im September ein Probebetrieb mit einem sogenannten Zwei-Schiffe-Konzept geplant. Die bisherige Fähre "Amt Neuhaus" soll dabei weiterhin die stark frequentierten Pendler- und Hauptverkehrszeiten am Morgen und am späten Nachmittag übernehmen. Die neue "Amt Neuhaus - Bleckede" kommt zunächst in den verkehrsärmeren Zeiten am späten Vormittag und frühen Nachmittag zum Einsatz. Damit werde dem Betreiber Gelegenheit gegeben, sich im laufenden Praxisbetrieb mit dem Neubau vertraut zu machen. Denn die "Amt Neuhaus – Bleckede" ist nicht nur deutlich größer als die bisherige Fähre, sie verfügt auch über eine wesentlich stärkere Antriebsanlage. Dieses Leistungsplus erfordere im Alltag "ein hohes Maß an Routine und Fingerspitzengefühl vom Fahrpersonal", so die Moin.

Anlässlich dieses erfolgreich abgeschlossenen Etappenziels kam auch Landrat Jens Böther, der sich seit Jahren für den Bau einer Elbbrücke einsetzt, nicht umhin, das Projekt zu loben: "Ich freue mich und gratuliere zur erfolgreichen schiffstechnischen Teilabnahme unserer neuen Fähre. Das ist ein bedeutender Schritt hin zur Inbetriebnahme der 'Amt Neuhaus - Bleckede', die wir alle herbeisehnen." — Jens Böther, Landrat des Landkreises Lüneburg." 

Nächster Höhepunkt soll dann die offizielle Schiffstaufe werden, die für Anfang Oktober geplant ist.

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