19.03.2026 - Die Forderung der Wirtschaft kommt spät, doch letztlich so zielsicher wie immer, wenn Wirtschaft und Betriebe sich zu kurz gekommen fühlen. Der Grund diesmal sind die steigenden Spritkosten, die sich eingestellt haben, seit US-Präsident Donald Trump den Iran beschießen lässt. Dass es dafür hinreichende Gründe gibt, ist das eine. Dass unklar ist, wie die Weltwirtschaft mit dem sich nun auftuenden Konflikt, der sich zu einem immensen Schaden für alle Beteiligten und auch Unbeteiligten ausweiten kann, ist das andere. Klagen der regionalen Wirtschaft hierzulande sind insofern nachvollziehbar. Aber eigentlich beschwert sie sich über sich selbst.
Hohe Spritpreise verteuern Transporte, erhöhen Beschaffungs- und Vertriebskosten, belasten ganze Wertschöpfungsketten und treiben auch die Preise auch für den Endverbraucher nach oben – so die Klage der IHKLW, die sich damit nicht nur zum Anwalt ihrer Unternehmer-Klientel macht, sondern die Verbraucher gleich noch mit in die Tasche steckt. Neben der Forderung an die Politik, die staatlichen Kostenanteile beim Sprit befristet zu reduzieren oder auszusetzen, werden so indirekt auch die Sorgen und Ängste vieler Kunden vor Überforderung durch unbezahlbar steigende Kosten mit ins Feld geführt.
Damit aber treffen die IHKLW-Wirtschafts-Lobbyisten – gewollt oder nicht – genau ins Schwarze. Denn Leidtragende sind am Ende der Preisbildungskette immer die Endverbraucher. Sie müssen bezahlen, was sich zuvor an Preissteigerungsgründen alles angesammelt hat.
Wenn nun die Wirtschaft Entlastung von der Politik fordert, damit die Preise vielleicht etwas weniger heftig steigen, fordert sie immer auch stets die Beteiligung derjenigen, die angeblich entlastet werden sollen: die Endverbraucher. Denn sie sind es, die als Steuerzahler die Zeche für die geforderte Entlastung der Wirtschaft zu tragen haben.
Hinzu kommt, dass noch gar nicht ausgemacht ist, ob die Entlastung auch tatsächlich beim Endverbraucher ankommt. Die Erfahrung aus der Vergangenheit zeigt, dass gewährte Unterstützungen der Politik zwar gern angenommen, aber nicht immer im gleichen Umfang an die Kunden weitergegeben werden.
Gänzlich unberücksichtigt bei all dem aber ist diese Punkt: Was hat die IHK als starker Wirtschaftsverband zwischenzeitlich eigentlich unternommen, um mit dem Wirtschaftszweig ins Gebet zu gehen, der für die hohen Spritpreise verantwortlich ist: der Mineralölwirtschaft? Hier ist von der IHKLW nichts zu hören. Stattdessen ruft sie mal wieder nach dem Staat, weil die Lage gerade danach ist. Das greift deutlich zu kurz.
Ein Kommentar von Ulf Stüwe
zum Beitrag "Wirtschaft fordert Senkung der Spritpreise"


Herr Zeinert könnte ja einen Teil seiner saftigen Versorgungsansprüche zugunsten zumindest der Lüneburger Mineralölbedürftigen abtreten und ein weiteres kleines Subventionspaket schnüren, indem er den Umbau des IHK-Sitzes hinter dem ehemaligen Reichenbachdenkmal im Westen des Sandes etwas weniger luxus- trumpistisch ausführen lässt und die gesparten 20 Millionen in die "vorläufige" Reduzierung der Energiepreise für seine heimischen Mitgliedsbetriebe pumpt.