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Jetzt Sperren statt Klötze

Mobile Systeme sollen Stadtfest sicherer machen – feste Polleranlagen in Planung

Besseren Schutz vor Anschlägen erhofft sich die Stadtverwaltung von diesen mobilen Sperren. Foto: LGheuteLüneburg, 02.06.2026 - Besserer Schutz bei Veranstaltungen? Lange hat die Stadtverwaltung die Gefahr möglicher Anschläge in Lüneburg mit dem Aufstellen vereinzelter Betonpoller eher symbolisch behandelt als wirklich gebannt. Nachdem zuletzt in Leipzig wieder ein Auto in eine Menschenmenge gerast ist und dabei erneut Menschen getötet und schwer verletzt wurden, hat das Rathaus nun offenbar kalte Füße bekommen. Zum Stadtfest am Wochenende wurden mobile Sperren aufgestellt.

Laut Stadtverwaltung handelt es sich bei den mobilen Fahrzeugsperren um zertifizierte mobile Sperren, die vor möglichen Angriffen mit Fahrzeugen schützen sollen. Ergänzt werden diese durch umlegbare Segmente, die manuell bedient werden und berechtigten Fahrzeugen eine kontrollierte Zufahrt ermöglichen. Diese Systeme wurden jetzt zum Stadtfest ausgeliehen, sollen aber "perspektivisch" für die Stadt beschafft werden, so Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch. "Denn wir benötigen diese Sperren dauerhaft für die Absicherung von Veranstaltungen."

Diese Einsicht kommt relativ spät. Bislang begnügte sich die Stadtverwaltung damit, die Zufahrt zum Platz Am Sande und zum Markt mit Pollern eher optisch zu sperren, denn ein Hindernis stellten die Betonklötze nicht dar. Da der Sande wie zuletzt beim Weihnachtsmarkt weiterhin von den Linienbussen angefahren wurde, war eine ungehinderte Zufahrt jederzeit möglich. Und weil auch die Bäckerstraße für den Lieferverkehr offen bleiben musste, konnte bislang auch hier jederzeit ungehindert hineingefahren werden.

Aber auch die mobilen Sperren sind laut Verwaltung erst der Anfang. Damit könnten Veranstaltungen zwar punktuell abgesichert werden, sie stellten jedoch nur einen Teil eines umfassenden Sicherheitskonzepts dar, so das Rathaus. Und weiter: "Fachleute empfehlen deshalb zusätzlich dauerhaft installierte Polleranlagen." Ein entsprechendes Konzept liege bereits vor. Ziel sei es, langfristig einen Sicherheitsraum in der Innenstadt zu schaffen und das Risiko bekannter Anschlagsszenarien zu reduzieren.

◼︎ Feste Poller an der Neuen Sülze

Eine erste versenkbare Polleranlage wird bereits in der Neuen Sülze installiert. Sie bilde den "ersten Schritt hin zu einem System automatischer Zugangskontrollen", heißt es aus dem Rathaus. Doch was als Teil eines umfassenden Sicherheitskonzepts verkauft wird, hatte eigentlich einen anderen Zweck: die Straße für unbefugten Autoverkehr zu sperren, damit Radfahrer dort möglichst ungestört fahren können. Denn die Neue Sülze ist Teil des von Kalisch und den Grünen seit langem geplanten Fahrradrings rund um die Innenstadt.  

Immerhin: Weitere feste Polleranlagen sollen im kommenden Jahr in der Bardowicker Straße entstehen, danach dann auch An den Brodbänken, in der Roten Straße und im Bereich der Johanniskirche.


◼︎ Dazu bisher auf LGheute:

 

 

 

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