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Ist die OB-Wahl bereits gelaufen?

Warum Herausforderer Heiko Meyer die besseren Chancen hat

Die Lüneburger haben die Wahl: Kalisch oder Meyer. Foto: Stadt LüneburgLüneburg, 18.09.2026 - Wenn am übernächsten Sonntag endgültig der künftige Landrat für den Landkreis Lüneburg und der künftige Oberbürgermeister/Oberbürgermeisterin für die Stadt Lüneburg gewählt werden, dürfte ein Ergebnis nach allem Dafürhalten bereits feststehen: Die Wahl von Steffen Gärtner zum neuen Landrat. An seinem Sieg ist kaum noch zu rütteln, sein Vorsprung gegenüber Herausforderer André Schuler bei der Erstwahl ist zu deutlich. Anders die OB-Wahl. Hier ist längst nicht ausgemacht, dass OB-Amtsinhaberin Claudia Kalisch erneut die Stichwahl gegen Herausforderer Heiko Meyer gewinnt. Dagegen sprechen vor allem die Interessen und Stimmen der Wähler, die mit ihren Favoriten zuletzt nicht durchgedrungen sind.

Wer bei einer Stichwahl antritt, hat es nicht nur mit seinem übriggebliebenen Gegner zu tun, in diesem Fall Kalisch und Meyer. Denn zur Wahl wird auch wieder ein Großteil der Wähler gehen, die zuvor auf andere Kandidaten gesetzt haben: auf Andrea Schröder-Ehlers von der SPD, auf Patrick Pietruck von der CDU, auf Thorben Peters von den Linken, auf Frank Soldan von der FDP, auf Michèl Pauly von Volt oder Mats Dedow von der Spaß-Partei. Keiner von ihnen schaffte es in die Stichwahl, aber alle zusammen haben es auf einen stattlichen Stimmenanteil über 35 Prozent gebracht, die nun auf die beiden verbleibenden Kandidaten zu verteilen sind.

Hierbei sind die Ergebnisse, die Kalisch und Meyer im ersten Wahlgang erzielt haben, zwar Orientierung, aber längst keine Vorentscheidung. Denn beide Kontrahenten lagen im Ergebnis zu dicht beeinander – Kalisch brachte es auf 36,12 Prozent, Meyer auf 28,22 Prozent –, als dass die verbliebenen 35 Prozent ignoriert werden könnten. Das Rennen um die OB-Wahl wird daher derjenige machen, der von den offenen 35 Prozent die meisten davon auf sich verbuchen kann.

Und hier sieht es für Meyer gar nicht mal schlecht aus. Schließlich steht er für eine Politik, die zumindest für die Wähler, die bislang für Andrea Schröder-Ehlers und Patrick Pietruck gestimmt haben, eher die annehmbarere Alternative darstellt. Aber auch Soldan-Wähler könnten sich in ihm wiederfinden, vielleicht sogar auch die Pauly-Fans. Rechnet man ihre Stimmenanteile zusammen, kommt man auf über 26 Prozent, die beim Wahlsonntag Meyer zugute kommen könnten.

Dagegen stehen die Wähler, die für Thorben Peters und Mats Dedow gestimmt haben. Sie bringen es zusammen auf knapp über 9 Prozent, womit die Wahl allein nach dieser Rechnung klar zugunsten von Meyer ausgehen dürfte. Er könnte demnach über 54 Prozent erreichen, während Kalisch gerade einmal auf knapp über 45 Prozent kommt.

Hinzu kommt, dass die Parteien hinter den leer ausgegangenen Kandidaten aus der Erstwahl für ihre bisherigen Wähler eine Wahlempfehlung für einen der beiden End-Kandidaten aussprechen dürften. Und hier kommt ein weiteres Kalkül zum Tragen, die für Meyer sprechen dürfte: seine Parteilosigkeit, die er im Wahlkampf stets als sein Alleinstellungsmerkmal hervorgehoben hat. Sie könnte nun den Ausschlag für seinen Einzug ins Rathaus geben. Denn die Parteien schauen sehr genau darauf, mit wem sie es künftig im Rathaus wie im Rat zu tun haben. Und weil Meyer, sollte er ins Amt gewählt werden, über keine eigene Hausmacht verfügt, ist er auf das Wohlwollen der Fraktionen angewiesen. Das macht ihn nicht nur von ihnen abhängig, das macht ihn auch "formbar" – zugunsten der jeweilgen Fraktionen.

Und genau darin könnte der Reiz eines OB-Kandidaten Meyer gegenüber der Amtsinhaberin liegen, die im Wahlkampf zwar "viel Lüneburg"verspricht, letztlich aber wohl doch nur das weiter machen wird, was sie auch bislang gemacht hat: Grüne Politik.

 

 

 

Kommentare  
....na dann "Glück auf" - damit sich was dreht !
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