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Zum Verzweifeln

03.09.2026 - Als hätte man es ahnen können. Mit dem Totalausfall noch vor dem offiziellen Start seiner neuen Elbfähre reiht sich der Landkreis Lüneburg im Namen seiner "Moin"-Gesellschaft nahtlos in die wenig rühmliche Galerie des Versagens kommunaler Aufgabenträger ein. Dem Motto folgend: Was Travemünde und die schleswig-holsteinische Gemeinde Missunde mit ihren Fähren schon nicht auf die Reihe bekommen haben, müssen wir noch lange nicht schaffen, dürfte sich nun auch der Landkreis bundesweiter Beachtung sicher sein. Gewiss, das klingt zynisch, aber sich häufende Versagen wie diese lassen viele Menschen inzwischen nur noch rat- und fassungslos zurück.

Warum klappt so vieles nicht mehr, was früher nie problematisch war, jedenfalls nicht aus retroperspektivischer Sicht? Der Bau einer schlichten Flussfähre galt ja bislang bekanntlich nie als ingenierurtechnische Hochleistung, schon gar nicht in Zeiten, in denen Raketen tonnenschwere Satelliten in den Orbit transportieren und der Mars als das neue Ziel der Menschheit außerhalb ihres Planeten in den Blick genommen wird.

Die Antwort darauf fällt schwer. Ob die Verantwortlichen vor Ort dafür geradezustehen haben, lässt sich von hier kaum beurteilen. Klar, ein Motor kann ausfallen. Aber ist Deutschland nicht eigentlich genau das Land, das seinen Wohlstand über Jahrzehnte nicht zuletzt durch seine Fähigkeiten im Maschinen- und Motorenbau gesichert hat? Warum, und das muss beim Blick auf die drei Fähren-Totalausfälle ernsthaft gefragt werden, kriegen wir nun nicht einmal mehr das hin? Ist doch nur eine Fähre, wird da vermutlich manch' einer sagen. Genau: Es ist nur eine Fähre.

Erkennbar aber bleibt, dass Deutschland, also seine Regierungen im Bund, in den Ländern und in den Kommunen, immer häufiger Probleme damit hat, einfachste Dinge auf den Weg zu bringen. Ein Land, dessen Zukunft vor allem von seiner Technologie-Affinität und -Offenheit abhängt, sollte eigentlich in der Lage sein, eine schlichte Fähre zum Laufen zu bringen. Vor allem dann, wenn von übergeordneter Stelle eine Brücke allein aus ideologischen Gründen schon nicht gewünscht ist. Aber vielleicht liegt ja genau hierin das Problem.

Ein Kommentar von Ulf Stüwe
zum Beitrag "Totalausfall für die neue Fähre"

 

 

 

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