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Ein Ort für die Abgehängten

In der Schießgrabenstraße soll ein "Kontaktcafé" entstehen

In diesem Haus soll das neue Kontaktcafé entstehen. Foto: LGheuteLüneburg, 15.02.2026 - Wie wird Lüneburg sein demoliertes "Stadtbild" wieder los? Darum geht es, seit die Lage in der Innenstadt mit herumlungernden Trinkern, Drogenabhängigen, Obdachlosen und dubiosen Figuren auch aus dem migrantischen Milieu für viele immer bedrohlicher wurde. Denn als Bedrohung der persönlichen wie auch der öffentlichen Sicherheit wird die Situation vor allem am Platz Am Sande schon seit längerem wahrgenommen. Die Stadt hat nun reagiert und will an der Schießgrabenstraße ein "Kontaktcafé" einrichten. Geplant ist aber deutlich mehr.

Die Entscheidung fiel im Rat der Stadt, gegen die Stimmen von CDU und AfD. Damit wurde die Stadtverwaltung beauftragt, mit dem Eigentümer der Immobilie in der Schießgrabenstraße einen Mietvertrag für das Kontaktcafé abzuschließen. Die Auswahl für diesen Standort kam nicht von ungefähr, denn die Stadt hat dorts bereits Räume angemietet, um unbegleitete geflüchtete Jugendliche unterzubringen. Kostenvolumen: angeblich 350.000 Euro pro Jahr inklusive Sozialarbeiter, die dort begleitend eingesetzt werden sollen – knapp 30.000 Euro pro Monat.

Das Gebäude verfügt über vier Geschosse vom Keller bis zum Dachgeschoss und hat eine Nutzfläche von insgesamt 650 Quadratmetern. Das Kontaktcafé soll im Erdgeschoss entstehen, an Werktagen jeweils für einige Stunden geöffnet sein und von pädagogischen Fachkräften betreut werden. Dort soll es ein "breites Hilfsangebot geben, um die Menschen vielfältig und wirkungsvoll zu unterstützen", wie die Stadtverwaltung mitteilte. In den oberen Stockwerken könnten Menschen in besonderen Notlagen vorübergehend ein Zuhause finden – als Übergang zu einer dauerhaften Unterkunft und angelehnt an das "Housing First"-Konzept.

◼︎ Renovierungskosten kommen noch obendrauf

"Die Lage der Anlaufstelle zwischen Innenstadt und Hauptbahnhof ist aus unserer Sicht gut", sagt Lüneburgs Sozialdezernentin Gabriele Scholz. Die Hansestadt strebt eine Mietdauer von drei Jahren mit der Option auf eine Verlängerung an. Das biete die Möglichkeit, bei Bedarf nachzusteuern. Denn die Verwaltung hat eine Studie zur Lüneburger Szene in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse voraussichtlich im Sommer vorliegen sollen. Zudem könne damit "flexibel" auf die Frage reagiert werden, wie das neue Angebot angenommen wird.

Sobald der Mietvertrag abgeschlossen ist und die Bauaufsicht die Nutzungsänderung abschließend geprüft hat, seien aber noch Renovierungsarbeiten zu erledigen. "Es besteht dort aber aktuell kein substanzieller Umbaubedarf. Vorhandene Infrastruktur wie Sanitärbereiche und Vorrüstungen für Wasch- und Trocknungsmöglichkeiten können weiterhin genutzt werden", erläutert Maja Lucht, die neue Stadtbaurätin der Stadt. Die Stadtverwaltung rechnet derzeit damit, dass das Kontaktcafé im Sommer dieses Jahres den Betrieb aufnehmen kann.

Lesen Sie hierzu auch den Kommentar.

 

 

 

 

Kommentare  
Wenn in diesem "Cafe" Alkoholverbot besteht, ist es von vornherein zum Scheitern verurteilt. In Hamburg und Hannover gibt es solche Treffpunkte, in denen es erlaubt ist, alkoholische Getränke ausser sog. Harte Getränke zu konsumieren.
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