Unsicherheit und Bedrohung – Lüneburger Händler und Gastronomen fordern Einschreiten der Politik
Lüneburg, 29.01.2026 - Als Bundeskanzler Friedrich Merz vor wenigen Monaten das "Stadtbild" vieler deutscher Städte beklagte, war der Shitstorm groß – es durfte nicht gesagt werden, was jeder sehen konnte. Denn der Kanzler-Blick galt den Plätzen, die heute von vielen am liebsten gemieden werden: Bahnhöfe und andere zentrale Plätze, wo Drogis, Trinker, Obdachlose und Migranten für Verunsicherung und Bedrohung sorgen – auch in Lüneburg. Nun soll gehandelt werden. Der Anstoß dazu kam aus der Wirtschaft.
Der Druck aufs Rathaus wuchs von Woche zu Woche. Weil die Stadtverwaltung es nicht hinbekommen hatte, den Vertrag mit der Diakonie, die in Lüneburg die Streetworker stellt, fristgemäß zu verlängern, drohte das "Stadtbild" von Lüneburg gerade an seinen prominentesten Plätzen immer weiter zu verkommen. Aber auch schon davor tauchten immer mehr zwielichtige Figuren am Sande auf, nahmen den Platz optisch und akustisch in Besitz. Passanten und Touristen müssen seitdem schauen, wie sie Pöbeleien volltrunkener Penner aus dem Weg gehen und sich vor Taschendieben schützen – keine Empfehlung für die "Rote Rosen"-Stadt Lüneburg.
Der offenkundige Zerfall gesellschaftlicher Ordnung stößt längst auch Lüneburger Händlern und Gastronomen auf. Ihre Sorgen und Kritik nahm die hiesige Wirtschaft-Lobby auf. Die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) reagierte und lud gemeinsam mit der Stadt Lüneburg, dem Lüneburger City Management (LCM) und dem Verein Lüneburger Gastronomen zu einer Dialogveranstaltung zur Sicherheit in der Lüneburger Innenstadt ein.
◼︎ "Stärkere Wahrnehmung von Unsicherheit"
Dabei sei deutlich geworden, dass sich die Stimmung in der Innenstadt gegenüber der Vergangenheit spürbar verändert habe, teilte die IHKLW im Anschluss mit. Als Belastungen wurden unter anderem öffentlicher Alkohol- und Drogenkonsum sowie Gruppen von aggressiv auftretenden jungen Männern beschrieben. Bei Besuchern, Kundschaft und Beschäftigten führe dies zu einer "stärkeren Wahrnehmung von Unsicherheit und Unbehagen", was bei der Veranstaltung auch durch konkrete Vorfälle belegt wurde.
◼︎ Neue Anlaufstelle und Alkoholverbot
Und wie reagiert die Verwaltung? Sie will ein Haus an der Schießgrabenstraße anmieten, um denen, die man am Sande nicht mehr sehen will, eine Anlaufstelle zu geben. Hier sollen Unterkünfte und ein Tagescafé eingerichtet werden. Doch das führt nun zu neuem Ärger, denn für das Objekt soll die Stadt 350.000 Euro Miete pro Jahr zahlen. Angesichts des desolaten Haushalts der Stadt kein Pappentiel.
Doch damit nicht genug. Am Sande soll nun auch eine Alkoholverbotszone eingerichtet werden. Wie das angesichts der dort ansässigen Gastronomiebetriebe gehen soll, die neben Pizza und Döner auch ein Pils anbieten, ist allerdings offen.


Und die Stadt hat schon das Gelände am Benedikt, wieso kann man dort nicht einen Szene-Treff einrichten?
Die Polizei weiss auch was beim Parkhaus und der Spielothek Am Berge abgeht, doch gefühlt passiert dort ausser gelegentlichen Kontrollen nicht viel, wobei die Crack- und Koksjunkies den agressivsten Teil der Szene ausmachen.