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"Ich kann zuhören"

Oliver Wozniok tritt für die SPD als Oberbürgermeister-Kandidat an

Oliver Wozniok will Oberbürgermeister von Lüneburg werden. Foto: LGheuteLüneburg, 13.02.2026 - Wer Oberbürgermeister werden will, braucht einen klaren Blick auf die Zukunft. Da schadet es auch nicht, Ziele zu setzen, die vielleicht noch etwas weit in der Ferne liegen. Vielleicht hatte die Lüneburger SPD deshalb das "Utopia" in der Katzenstraße ausgewählt, um ihren OB-Kandidaten – nach einem geheimnisvollen Vorspann – heute der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die erhoffte Überraschung gelang. Mit Oliver Wozniok wurde heute einen Bewerber vorgestellt, der in Lüneburg so gut wie unbekannt ist.

"Ich kenne die Einwohner und Einwohnerinnen von Lüneburg gut", sagte Oliver Wozniok gleich zu Beginn seiner Vorstellungsrede, wohl wissend, dass dies nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Deshalb will er mit seinen Unterstützern und Freunden in der SPD in den kommenden fünf Wochen alles tun, um dies zu ändern. Plakate mit seinem Konterfei und gefälligen Botschaften gibt es schon, auch Wurfzettel für die Briefkästen. Und natürlich will er auch das persönliche Gespräch suchen, schon morgen am SPD-Stand in der Bäckerstraße und in den kommenden Wochen und Monaten bei Haustürgesprächen in der Stadt oder der "Zuhörtour"wie die SPD es jetzt nennt.

Denn das ist da, was Oliver Wozniok in den Mittelpunkt seiner Politik stellen und den Lüneburgern vermitteln will: "Ich bin einer, der zuhören kann." Genau das sei es, was er in dieser Stadt zuletzt vermisst habe – und zielt damit auf die amtierende Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch, ohne dabei ihren Namen zu nennen. Ihn störe häufig die "Kälte" im Austausch mit den Bürgern der Stadt, meist werde "nur gesendet, aber nicht empfangen".

Das aber sei nicht Lüneburg, denn "Lüneburgs Stärke ist das gute Miteinander", ist der 47-Jährige überzeugt. Dies wieder zu fördern, dafür trete er an. Er bleibe "im Dialog, auch wenn andere aussteigen". Lösungen seien nicht gegeneinander zu finden, sondern nur miteinander. "Und die Lösungen sind schon längst da!" 

Oliver Wozniok ist mit einem Mann verheiratet und wohnt in Lüneburg "südlich des Clamart-Parks". Der gebürtige Celler hat Lüneburg während seines Studiums an der Uni kennengelernt, hat dort Lehramt an Haupt- und Realschulen und Sozialwesen studiert und arbeitet heute als schulfachlicher Dezernent am Landesamt für Schule und Bildung in Lüneburg. Diese Tätigkeit will Wozniok auch während des Wahlkampfs fortsetzen und dafür seinen Urlaub einsetzen. Der SPD ist er 2000 beigetreten und in die Partei nach einer kurzen Etappe bei den Grünen wieder zurückgekehrt. 

Auf konkrete Themen ging Wozniok erst auf Nachfrage ein. Vor allem das "Bus-Problem" müsse dringend gelöst werden, "hier müssen wir, auch wenn wir nicht für die Busse zuständig sind, als Stadt unsere Position deutlich machen". Wie er aber die aktuellen Probleme lösen will, sagte er nicht. Beim Thema "Fahrrad-Stadt" will Wozniok den Kompromiss suchen. Lüneburg sei zwar auch eine Fahrrad-Stadt, doch dürfe das Auto deshalb nicht verbannt werden. An dem "Rad-Entscheid" aber wolle man auf jeden Fall festhalten, ergänzte auch Lüneburgs SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Dißelmeyer, der an der Pressekonferenz ebenso teilnahm wie der Bundestagsabgeordnete Jakob Blankenburg, der Landtagsabgeordnete Philipp Meyn und die Co-Vorsitzende des SPD-Ortsvereinsvorstands Merle Sandkühler. Sie gab auch bekannt, dass Wozniok vom Vorstand einstimmig nominiert wurde.

Viel "Utopia" jedenfalls war in seiner Präsentation nicht zu vernehmen, aber das dürfte wohl auch so gewollt sein. Ob er die Lüneburger überzeugen wird, bleibt abzuwarten. Aber vielleicht hilft da ja dann das heutige Datum. Allerdings gilt "Freitag der 13." nicht für jeden als Glücksbringer.  

 

 

 

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