Die Temperaturen stiegen 2024 in Deutschland trotz Windkraft und Co so stark wie nie - was läuft da falsch?
30.12.2024 - Medienberichten zufolge soll 2024 das bislang heißeste Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen gewesen sein. Wie der Fernsehsender "Phoenix" heute berichtet, war der Temperatur-Anstieg sogar deutlich höher als in den Vorjahren. Der Fernsehsender "Welt-TV" berichtet parallel, dass die Stromimporte aus dem Ausland nach Deutschland die Stromexporte in diesem Jahr deutlich überstiegen haben. Zugleich ist der Einsatz der erneuerbaren Energien in Deutschland gestiegen.
2024 wurden fast 77.000 Gigawattstunden Strom importiert und knapp 48.500 Gigawattstunden exportiert. Diese Zahlen nannte die "BILD"-Zeitung und berief sich damit auf Angaben der Bundesnetzagentur. Für den Einkauf mussten die Stromversorger rund 5,3 Milliarden Euro zahlen, beim Export verdienten sie hingegen nur 3 Milliarden Euro. Und: Laut "Welt-TV" bestand der in der Deutschland produzierte Strom im dritten Quartal dieses Jahres zu 63 Prozent aus erneuerbaren Energien, im vergangenen Jahr lag er bei 56 Prozent..
Bleibt die Frage: Warum steigen die Temperaturen, wenn in Deutschland der Anteil der Erneuerbaren kontinuierlich steigt? Haben Fridays for Future und die ihnen angeschlossenen Redaktionen nicht immer das Gegenteil behauptet?
Nebenbei: Die Differenz aus den Kosten und Einnahmen zwischen Strom-Einkaufs- und -Verkaufspreisen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro werden von den Stromversorgern natürlich an die Stromkunden durchgereicht. Ebenso die Verluste, die für stillstehende oder wegen zu viel Wind abgeschaltete Windkraftanlagen anfallen.
Dass RWE & Co kein Interesse mehr an Kernernergie haben, ist nachvollziehbar. Sie haben nicht nur an der Kernenergie prächtig verdient, sondern auch noch an dem Ausstieg, den ihnen die Merkel-CDU durch Deckelung der Ausstiegs-Kosten zulasten des Steuerzahlers versüßt hatte. Zudem haben sie sich längst auf ein neues Geschäftsmodell eingestellt, bei dem sie sich nicht nur wirtschaftlich schadlos halten, sondern sich auch noch mit politisch geforderter Nachhaltigkeit rühmen können: durch den Einsatz der Erneuerbaren – Defizite tragen selbstredend die Stromkunden.
Spannend wird es, wenn der Wind sich wieder dreht. In den USA wird schon seit längerem auf neue Klein-Reaktoren gesetzt, die den durch die Digitalisierung und die Konzentration aufs E-Auto rasant steigenden Energiebedarf CO2-frei decken sollen. Schon in zehn Jahren sollen die ersten "Small Modular Reactors" serienreif sein. Deutschland darf sich dank seines Atom-Ausstiegsgesetzes an dieser Entwicklung allerdings nicht beteiligen. Hier muss dann teuer aus dem Ausland eingekauft werden, was ursprünglich mal zur Kernkompetenz deutscher Ingenieurs-Kunst zählte.