Warum der Wiedereinstieg in die Kernenergie unausweichlich ist
29.12.2024 - Bis zu 900 Milliarden Euro wird Deutschland der Klimawandel bis zum Jahr 2050 kosten, das hat laut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz kürzlich in einer Studie bekanntgegeben. Allerdings seien hier die "schwer quantifizierbaren Kosten" etwa durch Verlust von Biodiversität noch nicht berücksichtigt. Das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung kommt sogar zu noch drastischeren Werten. Da stellen sich zumindest zwei Fragen.
Etwa 38 Billionen Dollar lässt sich laut dem Potsdamer Institut die globale Gemeinschaft ihre Versäumnisse in der Klimapolitik kosten, heißt es in dem FAZ-Beitrag – und zwar jährlich. Auch wenn diese Zahl vermutlich deutlich zu hoch gegriffen ist, zeigt es doch, welch' ungeheure Summen im Spiel sind, wenn es darum geht, den Klimawandel einzudämmen. Ob dies überhaupt durch Menschenhand machbar ist, wurde noch gar nicht ernsthaft untersucht.
Warum seitens der Grünen und ihres Bundeswirtschafts- und Klimaschutzministers Robert Habeck aber immer wieder betont wird, die Nutzung der Atomkraft, die den Klimaschutz massiv voranbringen könnte, rechne sich nicht, will nicht ganz einleuchten. Denn zum einen dürfte der Bau ausreichend neuer Kernkraftwerke, die die Bundesrepublik mit nahezu hundertprozent CO2-freiem Strom versorgen könnten, weder die 900 Milliarden Euro des Habeck-Ministeriums, geschweige denn die jährlich 38 Billionen Euro der Potsdamer Klimaberechner auch nur ansatzweise erreichen.
Und zweitens: Bislang waren es stets die Klimaschützer von Fridays for Future oder auch die der Letzten Generation, die immer wieder betonen, dass die Kosten des Unterlassens des Klimaschutzes um ein Vielfaches höher seien als die Kosten für den Klimaschutz. Warum aber wird dann nicht wieder in Kernkraft investiert, die nur einen Bruchteil der Kosten verursachen würden? Die Entsorgungsfrage für die abgebrannten Brennstäbe kann es kaum sein, denn ein Lager, das nach heutigem Stand nicht einmal die Hälfte der Größe eines Fußballfeldes mit der Höhe eines Einfamilienhauses umfasst, dürfte unschwer zu finden und zu sichern sein.
Und selbst das müsste vermutlich auch nicht für hunderttausende Jahre halten. Längst gibt es seriöse Studien, wonach die in den abgebrannten Brennstäben enthaltene Restenergie aus den Kernkraftwerken für neuere Reaktoren genutzt werden kann, deren "Atommüll" wiederum nur noch eine Halbwertzeit von einigen Jahrhunderten oder Jahrzehnten haben – nach aktuellem Stand, das könnte sich aber auch schon bald deutlich verringern, Menschen denken nun mal weiter. "Follow the science" kann man da nur sagen.