Landkreise fordern Bund auf, endlich Mittel für den Weiterbau der A39 bereitzustellen
Lüneburg, 05.08.2026 - Der Landkreis Lüneburg ist sauer auf die Bundesregierung. Die hatte im vergangenen Jahr mit der Schaffung des gigantischen "Sondervermögens" 500 Milliarden Euro für den Ausbau der Infrastruktur versprochen, doch erkennbar und spürbar ist davon bislang kaum etwas. Bislang, so die Kritik, seien Gelder davon zur Finanzierung von Sozialleistungen in den defizitären regulären Haushalt geflossen, kaum etwas in die Infrastruktur. Weil auch der bisherige Bundesverkehrsminister Schnieder (CDU) mehr Geld für seine Vorhaben anmahnte, wurde er von Kanzler Merz kurzerhand vor die Tür gesetzt. Der Landkreis legt da jetzt nach und fordert im Einklang mit weiteren betroffenen Kommunen Geld für den Weiterbau der A39.
Elf Landkreise und drei kreisfreie Städte aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, darunter der Landkreis Lüneburg, haben sich jetzt mit einem gemeinsamen Schreiben an die Bundesminister Steffen Bilger (Verkehr) und Lars Klingbeil (Finanzen) gewandt. Konkret fordern sie, die erforderlichen Haushaltsmittel für den Bau des siebten Abschnitts der A39 zeitnah bereitzustellen – entweder im Bundeshaushalt oder über die Autobahn GmbH des Bundes.
Die Initiative fußt, so die Kreisverwaltung, auf der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 8. Juli dieses Jahres, die Klage gegen den siebten Bauabschnitt der A39 nördlich von Wolfsburg abzuweisen. Dadurch sei die Planfeststellung für diesen Bereich rechtskräftig und unanfechtbar geworden. Die unterzeichnenden Oberbürgermeister und Landräte fordern, dieses Baurecht nun schnellstmöglich und ohne Verzögerung zu nutzen, um den Bau der A39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg weiter voranzutreiben.
Das Problem: Voraussetzung dafür, dass die Autobahn GmbH die notwendigen Bauleistungen ausschreibt und vergibt, ist jedoch die Erteilung der Baufreigabe und die Bereitstellung der Haushaltsmittel durch den Bund.
In dem Schreiben wird noch einmal die Bedeutung des Lückenschlusses insbesondere für die betroffenen Landkreise betont. Lüneburgs Landrat Jens Böther sieht nach der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts nun den Bund in der Pflicht: "Das jetzt unanfechtbare Baurecht eröffnet uns eine Chance, die nicht durch fehlende Haushaltsmittel blockiert werden darf. Der Bund muss jetzt Wort halten und die Finanzierung sichern, damit endlich die Bagger rollen können."
Die Initiative ging ursprünglich vom Uelzener Landrat Dr. Heiko Blume aus. Dahinter steht eine starke Allianz aus den Städten Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg sowie den Landkreisen Lüneburg, Uelzen, Celle, Gifhorn, Harburg, Helmstedt (alle Niedersachsen), Prignitz (Brandenburg), Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern), Altmarkkreis Salzwedel und Stendal (Sachsen-Anhalt). Gemeinsam vertreten sie die Interessen von etwa 2,2 Millionen Bürgern.

