Warum insbesondere Hochschwangere keinen Anspruch auf Solidar-Unterstützung haben
07.03.2026 - Der Iran-Krieg währt erst wenige Tage, doch er zählt bereits viele Opfer – darunter auch solche, die ihr Schicksal selbst gewählt haben. Gemeint sind die im Nahen Osten wegen der Kriegswirren Gestrandeten, Menschen, die freiwillig dorthin gereist sind, obwohl längst klar war, welche Gefahr dort droht, nachdem in den letzten Wochen immer mehr Kriegsschiffe in der Region zusammengezogen worden waren. Dass sie nun die Bundesregierung kritisieren, weil sie noch nicht oder erst mit Verzögerung aus dem Krisengebiet ausgeflogen werden, stimmt bedenklich. In vielen Medien bekommen sie dennoch Raum für ihre Kritik.
Vom "Albtraum von Dubai" spricht etwa "Welt TV" in seiner Berichterstattung über Reisende, die vor zwei Tagen aus der Krisenregion zurückgekehrt sind, nachdem die Bundesregierung den ersten Evakuierungsflug für Frauen, Schwangere, Kinder und Kranke durchgeführt hat. Am Flughafen in Frankfurt berichten sie den dort wartenden Reportern, wie froh sie über die endlich erfolgte Rückführung seien. Eine Hochschwangere teilt sogar mit, wie sehr sie in Sorge gewesen sei, ihr Kind womöglich in Dubai zur Welt bringen zu müssen. Nur: Warum ist sie so kurz vor der Niederkunft überhaupt dorthin geflogen?
Der Wunsch vieler Urlauber, die Golfregion schnellstmöglich zu verlassen, ist nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar ist, warum viele überhaupt dorthin reisten, obwohl längst klar war, dass ein kriegerischer Konflikt ausbrechen könnte. Ganz besonders gilt dies für hochschwangere Frauen. Die Begründung einer der Betroffenen auf "Welt TV": Es habe ja keine Reisewarnungen seitens des Auswärtigen Amts gegeben.
In der Lüneburger "Landeszeitung" kommt ebenfalls eine Hochschwangere zu Wort, eine Frau aus Adendorf, die mit ihrem Mann und ihrer zweijährigen Tochter kurz vor Kriegsausbruch in die Golfregion gereist war. Am 28. Februar, am Tag des Kriegsbeginns, wollten sie zurück in die Heimat fliegen, saßen aber wie viele andere am Flughafen in Dubai fest, weil auch ihr Flug gestrichen worden war. In der "Landeszeitung" spricht sie von "Hohn", den sie seitens der Bundesregierung empfinde, weil diese sie "nicht als verwundbare Gruppe" wahrnehme. Nur: Wenn man sich selbst als "verwundbare Gruppe" deklamiert, reist man dann in ein Risikogebiet? Die Adendorferin selbst sieht sich jedenfalls nicht in der Verantwortung, schließlich sei ihre Reise ja "nicht entgegen behördlicher Empfehlungen erfolgt".
Eine solche Begründung wirkt befremdend. Befremdend, weil sie zum Ausdruck bringt, für das eigene Handeln und Verhalten nicht verantwortlich zu sein. Vielmehr, so die dahinter liegende Idee, habe der Staat dafür sorgen, dass persönliches Fehlverhalten – also selbstbestimmtes Handeln – nicht zu individuellem Scheitern führen dürfe. Und falls doch, habe die Gemeinschaft dafür aufzukommen, in diesem Fall durch staatlich organisierte Rückflugaktionen.
Wohlgemerkt: Natürlich darf jeder selbst entscheiden, welche persönlichen Risiken er oder sie eingehen will. Wenn aber offenkundig individuelle Risiken ausgeblendet und bei Eintreten derselben auf die Gemeinschaft übertragen werden, weil wie selbstverständlich davon ausgegangen wird, ein Recht darauf zu haben, aus jeder noch so selbstverschuldeten missliebigen Lage befreit zu werden, führt dies am Ende zu einer Gesellschaft, die ihr Bedürfnis nach einem verantwortungsfreien Leben mit immer unfreierem Dasein bezahlen wird.


Ich dachte schon, dass ich einer der ganz wenigen bin, der so gar kein Verständnis für derartig selbstverschuldete Situationen aufbringen kann.
Die jungen Leute, die mangels anderer Flugverbindungen aus Fern-Ost kommend, letztendlich auf die Drehscheibe Doha angewiesen sind, hatten gar keine Chance.
Den anderen Dubai-Touristen kann nur ein Höchstmaß an Einfältigkeit attestiert werden.
Wer dann, um vermeintlich öffentlichen Druck herzustellen, das eigene jammervolle Elend auch noch Social Media in die Welt tutet, obendrein den direkten Kontakt zur örtlichen Presse sucht, das ist schon sehr, sehr einfältig zu nennen. Jeder, der auch nur einigermaßen das Geschehen am Persischen Golf betrachtet und aktuell mitverfolgt hat, der konnte absehen, dass es dort in Kürze zu einer gravierenden militärischen Auseinandersetzung kommen würde. Und die beteiligten Konfliktparteien haben im Vorfeld auch keine Zweifel daran aufkommen lassen.
Dass dem AA vorgeworfen wird, nicht schnell und umfassend ALLE gerettet/ausgeflogen haben, das ist Vollkasko-Mentalität, zudem die völlige Realitäts-Verweigerung: Es geht dort nahezu nichts mehr im zivilen Luftraum...
Zum Urlaub als Hochschwangere an sich, hat es mein älterer, welterfahrener Nachbar treffend zusammengefasst: Im 7ten Monat urlaubt man nicht im Arabischen, da fährt man nach Boltenhagen und ist in der Nähe zu den eigenen Geburtsbegleitenden Fachkräften. Und jenen vor Ort....
Bleibt die Hoffnung, dass die jungen Leute alsbald unbeschadet zurück kommen können. Wie dann deren eigene Rückbetrachtung endet: who knows