Die Reallöhne in Niedersachsen sind deutlich gestiegen
Hannover, 27.02.2026 - Schöner geht's kaum: Auch in 2025 sind die Löhne in Deutschland wieder deutlich gestiegen, auch in Niedersachsen. Hier kletterten die Nominallöhne laut Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) um 4 Prozent. Aber auch der Reallohn, also der Lohnzuwachs ohne Inflationsrate, lag zuletzt immer noch bei einem Plus von 2,2 Prozent. Er stieg zum dritten Mal in Folge – ein echter Sieg für die Gewerkschaften, die mit ihren Streiks und Forderungen letztlich für mehr Geld im Portemonnaie der Beschäftigten sorgten. Doch die Freude über den Zuwachs ist zweischneidig.
Wir können nur so viel teurer sein, wie wir besser sind, lautet einer der Kernsätze der Wirtschaftspolitik. Mit anderen Worten: Höhere Preise sind dann gerechtfertigt und auf dem Markt durchsetzbar, wenn Qualität und Innovation der hergestellten Produkte dies erlauben. In den Preis eines Produkts fließen aber immer auch die Arbeitskosten mit ein. Steigen sie, muss auch der Preis des Produkts steigen – im Zeitalter der Globalisierung kein unwesentlicher Faktor.
Höhere Löhne sind auf den ersten Blick ein Plus für die Arbeitnehmer. Doch höhere Löhne, zumal solche, die deutlich oberhalb der Inflationsrate liegen, ziehen den nächsten Preisanstieg automatisch nach sich, die Lohn-Preis-Spirale kommt in Gang. Das sorgt am Ende nicht nur für weniger Reallohn, sondern meist auch zu einer Vernichtung von Vermögenswerten, indem die Ersparnisse der Bürger kontinuierlich an Wert verlieren.
◼︎ Ab ins Ausland
Weitaus gravierender aber kann noch eine andere Folge zu hoher Löhne sein, eine, unter der gerade auch Lüneburg leidet: die Abwanderung von Unternehmen wegen zu hoher Produktionskosten. Denn hohe Lohnkosten schlagen bei bei der Preisbildung für ein Produkt ebenso zu Buche wie hohe Energiekosten und eine überbordende Bürokratie, die ihrerseits wieder einen höheren Personaleinsatz erforderlich macht damit die Lohn-Stück-Kosten noch weiter nach oben treibt. Die ehemaligen Wettbewerbsvorteile eines "Made in Germany" schwinden damit immer weiter.
Fakt ist: Allein die Tarifpartner – also Unternehmen und Gewerkschaften – entscheiden darüber, welche Löhne gezahlt werden. Klar ist aber auch: Allein die Unternehmen entscheiden, wo sie produzieren wollen – weiterhin in Lüneburg oder nicht doch lieber im preisgünstigeren Ausland. Vielleicht wird das ja auch bei den derzeit laufenden Tarifverhandlungen mal berücksichtigt.

