Adendorf, 26.01.2026 - Zwei Jahre war das Freibad Adendorf geschlossen, ab April dürfen sich die Adendorfer nun endlich wieder auf eine neue Badesaison freuen – vorausgesetzt, die noch laufenden Arbeiten zur Grundsanierung sind bis dahin auch abgeschlossen. Doch die Vorfreude auf das neue Bad könnte getrübt werden, denn die Eintrittspreise sollen steigen. Und auch die Öffnungszeiten könnten eingeschränkt werden.
Von 4 Euro auf 4,80 Euro soll der Eintrittspreis für Erwachsene bei Einzelkarten steigen, eine Erhöhung um 20 Prozent. Jugendliche sollen künftig 3,10 statt bisher 2,60 Euro zahlen, Kinder 1,90 statt 1,60 Euro. Auch in allen anderen Preissegmenten sind ähnliche Steigerungsraten vorgesehen, die Saisonkarte für Erwachsene soll dann sogar auf 132 statt bisher 108 Euro klettern, eine Erhöhung um über 22 Prozent. Damit könnte Baden und Schwimmen in Adendorf so teuer werden wie sonst nirgendwo im Landkreis Lüneburg.
"Aufgrund gestiegener Personal-, Energie- und Betriebskosten sowie der Investitionen in die Sanierung ist eine Preiserhöhung unumgänglich", begründet die Gemeindeverwaltung die Preiserhöhungen, denen der am 5. Februar tagende Sport-und Freizeit-Ausschuss der Gemeinde zustimmen soll.
◼︎ Frühschwimmer besonders betroffen
Änderungen könnte es auch bei den Öffnungszeiten geben, von denen vor allem die Frühschwimmer betroffen wären. So soll das Freibad montags bis freitags jeweils von 8.30 bis 19.30 Uhr geöffnet werden, bislang wurde schon um 6.30 Uhr eingelassen. Samstags, sonntags und feiertags soll nur noch von 10 bis 18 Uhr geöffnet, zuletzt war von 8 bis 19.30 Uhr geöffnet.
Grund für die reduzierten Öffnungszeiten ist laut Verwaltung die bestehende Personalknappheit. So stehen für den Badebetrieb in der Wasseraufsicht zwei Bademeister und drei Fachangestellte für Bäderbetriebe sowie zusätzlich im Kassenbereich drei Kassiererinnen zur Verfügung, von denen zwei nur halbtags beschäftigt sind, wie es in der Vorlage für die Ausschusssitzung heißt. Erschwerend kommt hinzu, dass "aufgrund der technischen Erneuerungen und des Hinzukommens weiterer überwachungsbedürftiger Anlagenteile täglich vor Öffnung ein erhöhter Kontrollbedarf gegeben ist".
◼︎ Wackelige Personaldecke
Doch selbst die neuen Öffnungszeiten könnten im laufenden Betrieb nochmals eingeschränkt werden, wie aus der Vorlage hervorgeht. Darin heißt es: "Alle Mitarbeiter haben zwei Wochen Urlaubsanspruch im Sommer. Bei einer voraussichtlichen Öffnungsdauer von 15 Wochen im Jahr fehlen damit in etwa 10 Wochen mindestens eine Person in der Wasseraufsicht. Krankheitstage oder andere Ausfälle sind in dieser Betrachtung noch nicht berücksichtigt."
Damit es dazu nicht kommt und die Öffnungszeiten wie bisher angeboten werden können, schlägt die Verwaltung die Einstellung einer weiteren Vollzeit-Fachkraft für Bäderbetriebe vor. Dies hätte auch den "Vorteil, dass im Winterbetrieb des Eisstadions der Einsatz von Aushilfskräften reduziert werden kann, da mehr dauerhaft qualifiziertes Personal zur Verfügung steht". Die zusätzlichen Personalkosten seien bereits in den neuen Haushalt eingespeist.
◼︎ Auch Duschen könnte teurer werden
Auf die Badegäste könnten aber noch weitere Kostensteigerungen zukommen. So wurde im Verwaltungsausschuss bereits angeregt, auch das Duschen teurer zu machen, und zwar von 10 auf 50 Cent, was aber bei der Verwaltung auf Kritik stößt. Sie bezeichnet eine Steigerung um 400 Prozent als "nicht angemessen". Sie will es bei einer Erhöhung um 100 Prozent belassen und spricht sich für 20 Cent pro Duscheinheit aus.

