Konjunktur verharrt auf niedrigem Niveau – Personalabbau droht
Lüneburg, 26.01.2026 - Die Konjunktur in in der Region kommt nicht voran. Das zeigt der aktuelle Der Konjunkturklimaindikator der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) für das vierte Quartal 2025, der bei 84 Punkten verharrt und damit weiter deutlich unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie liegt. Den Grund für die stagnierende Konjunktur sieht die Kammer in den seit langem bestehenden Problemen: hohe Energie- und Arbeitskosten, hohe Steuern und überbordende Bürokratie. Es droht weiterer Personalabbau.
"Seit Monaten wirken dieselben Bremsklötze auf die Unternehmen – mit deutlichen Folgen: Produktionskapazitäten werden ins Ausland verlagert, Investitionen werden verschoben, Wachstum bleibt aus", sagt IHKLW-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert. Er fordert daher "kraftvolle, dauerhaft wirksame Wachstumsimpulse durch mutige Strukturreformen".
In einzelnen Branchen zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen: In der Industrie hat sich der Konjunktur-Index gegenüber dem dritten Quartal 2025 um fünf auf 80 Punkte verbessert – getragen von höheren Auftragseingängen und gestiegenen Exporterwartungen. Gleichzeitig planen viele Industriebetriebe, an heimischen Standorten Personal abzubauen. Der Konjunktur-Index des Einzelhandels verharrt bei 77 Punkten, bei den Dienstleistern steigt er um fünf auf 91 Punkte, während er im Großhandel um elf auf 67 Punkte zurückgeht.
◼︎ Negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
Die schwache Konjunktur schlägt zunehmend auf den Arbeitsmarkt durch: 30 Prozent der regionalen Unternehmen rechnen damit, Personal reduzieren zu müssen. Eine Ausweitung des Personalbestands planen dagegen nur elf Prozent. Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel ein zentrales Risiko: 45 Prozent der Betriebe sind besorgt, mehr als die Hälfte (54 Prozent) sieht steigende Arbeitskosten als Belastung für die künftige Geschäftsentwicklung.
Weiterhin sind auch die hohen Energie- und Rohstoffpreise für 38 Prozent der Unternehmen eine schwere Last. 57 Prozent sorgen sich angesichts der schwachen Inlandsnachfrage. Als Top-Risiko nennen die Betriebe die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen: 68 Prozent sehen darin ein erhebliches Risiko für die künftige Geschäftsentwicklung – sechs Prozentpunkte mehr als im Vorquartal.
◼︎ Lichtblick Modernisierungsagenda
Zu den Lichtblicken zählt aus Sicht der IHKLW die vor Weihnachten beschlossene Modernisierungsagenda, die den Staat schneller und digitaler machen und Genehmigungs- sowie Berichtspflichten spürbar reduzieren soll. "Das ist der richtige Ansatz – aber entscheidend ist die Umsetzung in den Behörden. Wenn Verfahren digital laufen, Fristen verbindlich werden und Zuständigkeiten klar sind, gewinnen Betriebe Zeit, Verlässlichkeit und am Ende Wettbewerbsfähigkeit", ist Zeinert überzeugt.
Für die Konjunkturumfrage der haben 448 Betriebe aus den Landkreisen Harburg, Heidekreis, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Uelzen und Celle im Dezember und Januar ihre Lage und Erwartungen eingeschätzt.


