Handwerk warnt vor teurer werdenden Leistungen und zunehmender Schwarzarbeit
Braunschweig, 29.12.2024 - Die Aussichten im Handwerk bleiben auch für das kommende Jahr trübe. Stagnierende Umsätze, steigende Kosten und zunehmende Bürokratie schlagen weiter auf die Stimmung in den Unternehmen, erklärt der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, Matthias Steffen. Hinzu komme die Unklarheit über den wirtschaftpolitischen Kurs der künftigen Bundesregierung. Gefordert sei nun eine klarere Ausrichtung der Wirtschaftspolitik.
"Unsere Betriebe benötigen endlich eine Politik, die sie stärkt statt zusätzlich belastet. Weniger Bürokratie und Berichtspflichten, niedrigere Steuern und Abgaben sowie Entlastungen bei den Energiekosten sind entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks zu sichern", fordert Steffen. "Unsere Prognose zeigt, dass die wirtschaftspolitischen Unsicherheiten die Stimmung erheblich beeinflussen."
Weitere Verunsicherung bringe die vorläufige Haushaltsführung des Bundes. Sie könnte zu Verzögerungen bei staatlichen Investitionsvorhaben und Einschränkungen bei künftigen Förderprogrammen führen. Zudem belasteten Rückgänge bei Baugenehmigungen und weiterhin schwierige Finanzierungsbedingungen für Bauvorhaben das Bauhandwerk. "Die Rezession im Baugewerbe hat inzwischen auch das Ausbauhandwerk erfasst", so Steffen. Auch der Arbeitsmarkt zeige keine nennenswerte Belebung, was die Konsumlaune dämpfe.
Erwartet wird im Handwerk daher eine stagnierende Umsatzentwicklung. "Nach einem Umsatzrückgang von voraussichtlich minus 1 Prozent im Jahr 2024 rechnen wir für 2025 mit einem 'Nullwachstum'", so Steffen. Real würden die Umsätze aufgrund der Inflation erneut sinken und auch die Beschäftigtenentwicklung werde 2025 voraussichtlich negativ ausfallen.
Wichtig für die Betriebe sei daher eine deutliche Entlastung, insbesondere bei den Lohnzusatzkosten. „Handwerksleistungen werden für die Kunden anderenfalls immer teurer und es droht eine Zunahme der Schwarzarbeit bei gleichzeitigem Rückgang der regulären Beschäftigung. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, ist es daher gerade für das arbeitsintensive Handwerk wichtig, die Sozialversicherungsbeiträge wieder auf maximal 40 Prozent zu senken", fordert Steffen.