Landkreis erwägt Sanierung oder Neubau der maroden Klappbrücke in Bardowick
Bardowick, 13.10.2026 - Die Klappbrücke über die Ilmenau in Bardowick wird ab Dienstag, 20. Oktober, nur noch einspurig befahrbar sein. Auto- und Fußverkehre sollen dann per Ampelanlage geregelt werden. Der Landkreis Lüneburg begründet diese Maßnahme mit der bereits eingeschränkten Belastungsfähigkeit der Brücke und stellt eine Sanierung oder auch Neubau in Aussicht.
"Die jüngste Brückenprüfung attestiert der Klappbrücke die Note 2,8. Bereits ab einem Wert von 2,5 ist vorgeschrieben, dass wir als Eigentümer mit der Planung für eine Sanierung oder einen Neubau beginnen. Note 4 würde die sofortige Sperrung bedeuten", sagt Ina Dehning, technische Angestellte beim landkreiseigenen SBU. "Die Tragfähigkeit der Brücke ist bereits eingeschränkt. Noch hält sie den Schwerlastverkehr aus, allerdings nur solange die Lastwagen mittig fahren. Wir beobachten allerdings, dass immer wieder zum Lkw-Begegnungsverkehr auf der Brücke kommt, was das Bauwerk zusätzlich schädigt." Abgeplatzter Beton und teils freiliegende Bewehrung an den Schrammborden rechts und links der Fahrbahn machten diesen Zustand sichtbar.
Vorgesehen ist neben den mobilen Ampeln für den Straßenverkehr auch eine Behelfsampel für Fußgänger in Höhe der Eventfabrik. Die Ampelanlage soll zunächst bis Ende Juni 2027 stehen. In dieser Zeit will der SBU Gespräche mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt über die Zukunft der Ilmenau als Bundeswasserstraße führen. Solange der Fluss diesen Status hat, muss er grundsätzlich schiffbar bleiben, womit weiterhin eine Klappbrücke erforderlich wäre.
Vom Ergebnis der Gespräche hängt ab, ob eine Sanierung oder ein Neubau der Brücke infrage kommt. Eine Sanierung würde inklusive Planung und Ausschreibung laut SBU voraussichtlich drei Jahre dauern. "Bei einem Neubau kommt es darauf an, ob die Brücke auch künftig klappbar sein muss. Die reine Bauzeit liegt dann bei rund eineinhalb Jahren, denen allerdings ein Planfeststellungsverfahren und mögliche Klagen vorausgehen", so Dehning.
Die Klappbrücke in Bardowick stammt aus dem Jahr 1965. Brücken dieser Art haben laut Landkreis eine maximale Lebensdauer von 75 Jahren. Zuletzt hat der SBU das Bauwerk in den Jahren 2008 und 2012 umfassend saniert. Aufgrund ihrer Kurvenlage sei die Brücke anfällig für technische Störungen beim Klappmechanismus. Sommerliche Hitze sorge regelmäßig dafür, dass sich der Stahl ausdehnt und verkantet.

