Frist für Einreichung von Kandidaten für Lüneburgs OB-Amt ist beendet – Stichwahl wahrscheinlich
Lüneburg, 06.07.2026 - Die Frist zur Einreichung von Wahlvorschlägen für die Wahl des Oberbürgermeisters der Stadt Lüneburg ist am heutigen Abend Punkt 18 Uhr abgelaufen. Insgesamt haben acht Personen ihre Kandidatur angemeldet, darunter auch Amtsinhaberin Claudia Kalisch (Grüne). Wer aber wird das Rennen machen? Aussichtsreich sind drei Kandidaten, doch auch sie werden es vermutlich nicht auf Anhieb schaffen.
Bis zum Fristende sind laut Stadtverwaltung folgende Wahlvorschläge eingereicht worden:
- Mats Dedow (Die Partei)
- Claudia Kalisch (Grüne)
- Heiko Meyer (parteilos)
- Michèl Pauly (Volt)
- Thorben Peters (Linke)
- Patrick Pietruck (CDU)
- Andrea Schröder-Ehlers (SPD)
- Frank Soldan (FDP)
Die Lüneburger OB-Wahl dürfte in diesem Jahr erneut spannend werden. Zwar hat sich Amtsinhaberin Claudia Kalisch (Grüne) von ihrer Pressestelle gern medial präsentieren lassen, dies aber nur, wenn Kritik von vornherein ausgeschlossen war. Bei strittigen oder kontroversen Themen – erinnert sei an das wochenlange Chaos um den für Busse gesperrten Platz Am Sande – war von ihr meist nichts zuhören. Auch bei Personalentscheidungen bei der Besetzung von hochrangigen Dezernentenstellen agierte sie zumeist unglücklich.
Wie aber steht es um ihre Herausforderer? Würden sie sich besser behaupten in dem Amt, in dem nach politisches Fingerspitzengefühl nach wie vor gefragt ist? Hier dürfte zuvorderst Andrea Schröder-Ehlers (SPD) ins Gewicht fallen. Sie bringt nicht nur langjährige Erfahrung in den politischen Gremien von Stadt und Landkreis Lüneburg und obendrein auch noch als Landtagsabgeordnete und zuletzt als Vize-Präsidentin des Niedersächsischen Landesrechnungshofs mit, als frühere Abteilungsleiterin für den Bereich Soziales weiß sie auch, wie die Lüneburger Verwaltung tickt.
Doch da ist dann noch Heiko Meyer. Er tritt als Parteiloser an, hat sich aber unter das Dach der Unabhängigen Wählergemeinschaft begeben, auch, um als Kandidat zur Wahl überhaupt zugelassen zu werden.
◼︎ Ohne Stichwahl wird's nicht gehen
Die übrigen Kandidaten werden – von möglichen Achtungserfolgen abgesehen – nicht weiter von wahlentscheidender Bedeutung sein. Doch ganz ohne Relevanz sind auch sie nicht. Denn jeder von ihnen zieht Stimmen, die den drei Top-Kandidaten Schröder-Ehlers, Meyer und Kalisch nicht zugute kommen. Mit der Folge, dass die Oberbürgermeister-Wahl im ersten Wahlgang keine Entscheidung hervorrufen dürfte. Denn mehr als 30 Prozent – 50 Prozent wären im ersten Wahlgang erforderlich – dürfte wohl keiner von ihnen für sich verbuchen können.
Womit der Weg in die Stichwahl vorgegeben ist. Hier nun wird sich entscheiden, für wen das Herz der Lüneburger schlägt. Bei der OB-Wahl Vor fünf Jahren waren es noch Kalisch und Meyer, die sich in der Stichwahl gegenüberstanden. Dieses Mal könnte es enger werden. Allein schon aus dem Grund, weil die Hautverwaltungsbeamten, darunter auch Oberbürgermeister und Landrat, erstmals für acht statt bisher fünf Jahre gewählt werden. Da werden es sich nicht wenige überlegen, wo sie ihr Kreuz machen wollen.

