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Mehr Latein und Politik

Anna Bauseneick (CDU) kritisiert Rot-Grünes Bildungskonzept 

Kritisiert die neuen Bildungsideen der Rot-Grünen Landersregierung in Hannover: Anna Bauseneick. Foto: BauseneickHannover, 04.01.2026 - Ist Bildung messbar? Durchaus, und Niedersachsen schneidet da seit Jahren nicht gut ab. Das Bundesland liegt laut Bildungsmonitor 2025 auf Platz zehn unter den 16 Bundesländern, ganz vorn liegt Sachsen. Hannover will das jetzt zumindest für die gymnasiale Oberstufe ändern und hat ein Eckpunkte-Papier dafür vorgestellt. Ziel ist unter anderem eine "stärkere individuelle Profilbildung" der Schüler bei der Fächerwahl und mehr Chancengleichheit. Kritik kommt von der CDU aus Lüneburg. Doch auch sie überrascht mit ungewohnten Forderungen.

"Rot-Grün spricht von mehr Qualität. Aber was ich aktuell sehe, ist ein Nebel aus Eckpunkten – und in diesem Nebel drohen wichtige Fächer einfach zu verschwinden", sagt die Lüneburger CDU-Landtagsabgeordnete Anna Bauseneick. Ihre Landtagsfraktion warnt: Wenn zentrale Fächer und Fremdsprachen in die Beliebigkeit rutschen, verliert Niedersachsen "Bildungstiefe".

Anlass für die Kritik ist das von Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) vorgelegte Eckpunkte-Papier. Besonders ein Punkt daraus stößt den Christdemokraten auf: die Schaffung größtmöglicher Wahlfreiheit für Prüflinge. Konkret heißt es in dem Papier: "Um den Schülerinnen und Schülern eine individuelle Profilbildung zu ermöglichen, sollen die bisher vorgegebenen Schwerpunkte mit ihren starren Fachkombinationen aufgehoben werden." Das ermögliche eine größere Wahlfreiheit für die Schüler.

◼︎ CDU warnt vor Verlust der Fremdsprachen

Aus Sicht der CDU könnte dies dazu führen, dass zweite und dritte Fremdsprachen dauerhaft in den Wahlpflichtbereich gedrängt werden – mit der Folge, dass Angebote wie Französisch, Spanisch oder Latein wegfallen könnten und damit auch wichtige Sprachzertifikate und Zugänge für viele Studiengänge. "Sprache ist kein Luxus. Sprache ist eine Tür. Wer diese Tür zuschlägt, macht Wege zu – im Studium, im Beruf, im Leben", so Bauseneick.

Im Kultusministerium perlt die Kritik ab. Ziel sei es, die Oberstufe an die aktuellen gesellschaftlichen und beruflichen Anforderungen anzupassen, heißt es. Dazu habe man gemeinsam mit Verbands- und Interessenvertretungen, Experten aus der Schulpraxis und den Regionalen Landesämtern für Schule und Bildung, Schulleitungen und Mitarbeitern aus dem Kultusministerium Vorschläge als Grundlage für eine Planungsvariante erarbeitet. Die Ministerin: "Wir haben uns bei der Bearbeitung von den praktischen Bedürfnissen der Schulen und insbesondere der angehenden Abiturientinnen und Abiturienten leiten lassen und dabei gemeinsam verschiedene Szenarien durchdiskutiert."

◼︎ Politik soll Abi-Fach bleiben

Bauseneick reicht das nicht. Sie kritisiert, dass das Fach Politik und Wirtschaft in der Oberstufe künftig wegfallen könnte – und damit ein Abitur ohne Politikunterricht möglich wäre. "Für starke Demokratiebildung gilt: Das Herz unserer Gesellschaft darf kein Wahlfach sein. Wer Verantwortung lernen soll, braucht Wissen, Debatte und Orientierung – nicht weniger, sondern mehr", betont die CDU-Politikerin.

Ein Abitur ohne Politikunterricht ist für Bauseneick damit ausgeschlossen. "Für starke Demokratiebildung gilt: Das Herz unserer Gesellschaft darf kein Wahlfach sein. Wer Verantwortung lernen soll, braucht Wissen, Debatte und Orientierung – nicht weniger, sondern mehr."

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