12.500 Arbeitsplätze durch Unternehmensinsolvenzen bedroht
Hannover, 30.01.2026 - Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen hat sich in Niedersachsen im Jahr 2025 erneut erhöht. Nach Angaben des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN) beantragten bei den niedersächsischen Amtsgerichten 1.910 Unternehmen die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Dies waren 86 Unternehmen mehr als im Jahr 2024, ein Plus von 4,7 Prozent. Im Vorjahr hatte der Anstieg noch bei 33,5 Prozent gelegen.
Betrachtet nach Branchen entfielen im Jahr 2025 mit 342 Fällen (+3,3%) die meisten Unternehmensinsolvenzen auf den Bereich "Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen". Im Jahr 2024 hatte es die meisten Insolvenzen noch im Baugewerbe gegeben, das nach einem Rückgang um 11,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nun im Jahr 2025 die zweitmeisten Beantragungen verzeichnen musste.
◼︎ Weniger Arbeitsplätze betroffen als im Vorjahr
Durch die Unternehmensinsolvenzen waren im Jahr 2025 die Arbeitsplätze von rund 12.500 Beschäftigten bedroht. Dies stellte gegenüber dem Vorjahr mit rund 15.500 betroffenen Arbeitsplätzen einen Rückgang um 19,2 Prozent dar.
Bei der Betrachtung nach Wirtschaftsbereichen stach erneut das Verarbeitende Gewerbe heraus. Allein in diesem Bereich waren 2025 die Arbeitsplätze von rund 3.200 Personen gefährdet, gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (rund 2.200 Personen). In beiden Branchen waren mit durchschnittlich mehr als 20 Beschäftigten je beantragter Insolvenz im Verhältnis zu allen anderen Branchen überproportional viele Arbeitsplätze betroffen.
◼︎ Anstieg auch bei Verbraucherinsolvenzen
Die Zahl der Insolvenzen von Verbraucherinnen und Verbrauchern erhöhte sich ebenfalls. Im Jahr 2025 meldeten 11.165 Privatpersonen eine Insolvenz an, was einem Zuwachs von 5,8% entspricht. Die durchschnittliche Schuldenlast je insolventer Privatperson lag im Jahr 2025 bei rund 41.300 Euro.
Die Zahl der Anträge zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Niedersachsen lag damit im Jahr 2025 bei insgesamt 15.835 Verfahren. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Zuwachs von 6,1 Prozent.

