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Mann oder Frau oder keines davon?

Queere Organisationen sollen für mehrere zehntausend Euro Schüler beraten 

Auch am Gymnasium Oedeme sollen queere Organisationen eingesetzt werden. Foto: LGheuteLüneburg, 05.02.2026 - Wer bin ich, und wenn ja, wie viele? So etwa stellt sich die Geschlechter-Diskussion dar, die seit Monaten landauf, landab geführt wird und nicht Wenige in diesem Land irritiert. Nicht selten wird dann mit Unverständnis, Kopfschütteln oder Fassungslosigkeit reagiert, wenn Menschen berichten, sie wüssten nicht, ob sie Mann oder Frau sind oder keines von beiden oder alles zusammen und das gern auch zu wechselnden Zeiten. Klar ist: Wer sich wie fühlt, darf in einer freien Gesellschaft jeder für sich selbst bestimmen, nicht aber, was er oder sie ist. Der Landkreis Lüneburg meint trotzdem, Position beziehen und ein "Zeichen" setzen zu müssen. Und gibt Geld, um das Thema in die Schulen zu tragen.

Man wolle ein "Zeichen für Prävention, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt" setzen, lautet die Begründung des Landkreises Lüneburg des kreiseigenen Ausschusses für Soziales und Gesundheit, der beschlossen hat, mehrere Zehntausend Euro auszugeben, um "queeren Menschen und Betroffenen von Diskriminierung" Unterstützungsangebote anzubieten. Dafür sollen drei Organisationen – der Verein Checkpoint Queer, der Verein "SCHLAU Lüneburg" und der Verein "diversu" – jeweils 12.000, 6.000 und 12.000 Euro – in diesem Jahr erhalten.

Abgesehen davon, dass der hochverschuldete Landkreis Geld ausgibt, das er nicht hat, greift er mit dem Beschluss auch in Bereiche ein, die ihn nichts angehen. Denn der Landkreis ist allein für die Unterbringung der Schüler zuständig, nicht aber für deren psychotherapeutische Betreuung.

Doch genau darum geht es in dem sogenannten "Präventionsprojekt", das auf den Namen "Verrückt? Na und! – Seelisch fit in der Schule" hört und an weiterführenden Schulen zum Einsatz kommen soll – mit Hilfe der drei Organisationen und noch vorbehaltlich der Genehmigung des neuen Haushalts.

Wie heikel das Thema ist, zeigt sich schon daran, dass kein geringerer als der Sozialpsychiatrische Dienst des Landkreises mit von der Partie ist, und zwar wegen offenkundig erkannter "hoher psychischer Belastung vieler Kinder und Jugendlicher", wie der Landkreis erklärt. So sollen vier bis fünf Schüler pro Klasse von "psychischen Erkrankungen" betroffen sein, mutmaßlich aufgrund queerer Bedingungen. Darüber hinaus würden weitere Jugendliche aber auch mit Problemen aufgrund "psychisch erkrankter Angehöriger" aufwachsen.

Der Landkreis sieht sich deshalb vor das Problem gestellt, "psychische Erkrankungen zu enttabuisieren, Wissen zu vermitteln und junge Menschen zu ermutigen, sich frühzeitig Hilfe zu suchen". Dafür soll ein Schulprojekttag für die Klassenstufen 8 bis 13 jeweils von einer Fachkraft – "etwa aus dem Sozialpsychiatrischen Dienst gemeinsam mit einer Person mit eigener Erfahrung im Bereich psychischer Erkrankungen" – durchgeführt werden.

Dass sich der Landkreis und nicht die Landesschulbehörde dieses Themas annimmt, ist das eine. Dass aber bei einem Thema, bei dem es um die psychische Gesundheit von Schülern geht, ausgerechnet queere Organisationen zu Rate und zur Hilfe gezogen werden sollen, hinterlässt Fragen.

 

 

 

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