Oliver Wozniok zieht Kandidatur aus gesundheitlichen Gründen zurück – Gibt es Nachfolger?
Lüneburg, 18.06.2026 - Eigentlich wollte Oliver Wozniok Ende des Monats wieder mit voller Kraft in den Wahlkampf einsteigen, nun aber erklärt der SPD-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Lüneburg aus gesundheitlichen Gründen seinen Rückzug. Wozniok teilte mit, dass die Folgen seiner Operation und der anschließende Genesungsprozess wegen aufgetretener Komplikationen mehr Zeit in Anspruch nehmen als ursprünglich erwartet. Daher werde die notwendige Kraft für eine Oberbürgermeister-Kandidatur auf absehbare Zeit nicht ausreichen.
Es habe sich gezeigt, dass er sich vollständig auf die Wiederherstellung seiner Gesundheit konzentrieren müsse, teilte die SPD am Morgen mit. Über seine Entscheidung hatte Wozniok zunächst sein engstes Wahlkampfteam informiert, nun auch die Öffentlichkeit.
Luca Thieme, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Lüneburg, zollt Oliver Wozniok Respekt für seine Entscheidung: "Ich danke Oliver Wozniok im Namen der gesamten SPD Lüneburg für seinen bisherigen Einsatz. Gesundheit geht vor – darüber gibt es überhaupt keine Debatte. Wir alle wünschen Oliver eine schnelle und vollständige Genesung."
Wozniok, der im politischen Lüneburg bislang nur wenig bekannt war, hatte Mitte Februar für viele überraschend seine Kandidatur für das OB-Amt angekündigt (LGheute berichtete). Am 25. Mai dann gab er bekannt, wegen eines operativen Eingriffs für einige Wochen auszufallen.
◼︎ Neuer Kandidat oder Heiko Meyer?
Wie die SPD sich im weiteren Oberbürgermeisterwahlkampf aufstellt, darüber will die Partei am morgigen Freitag informieren. Eher unwahrscheinlich ist, dass sie ad hoc mit einem neuen Kandidaten ins Rennen geht. Denn sollte es wieder ein eher unbekannter Bewerber sein, wäre seine Zeit, sich den Lüneburgern als kompetenter OB-Anwärter vorzustellen, wohl zu kurz. Einen prominenten SPD-Politiker aber wird die Partei vermutlich auch nicht aufstellen, schließlich müsste dann erklären, warum sie diesen nicht gleich nominiert hat.
In Betracht kommt daher also eher eine Variante, die immer wieder in Lüneburg diskutiert wird: die Unterstützung eines anderen Kandidaten durch die SPD. Hierfür käme vor allem der parteilose Heiko Meyer in Frage. Schließlich hatte es schon in den vergangenen Monaten Gespräche zwischen Meyer und der SPD über eine Zusammenarbeit im OB-Wahlkampf gegeben. Noch scheint die SPD bei Meyer allerdings nicht vorstellig geworden zu sein. Auf Nachfrage sagte Meyer gegenüber LGheute: "Ich warte mal ab und schaue, was passiert."

