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Das doppelte Wohnraumproblem

Linke fordern Maßnahmen gegen Leerstand in Lüneburgs Altstadt

Wohnraum ist Lüneburg ist rar, aber selbst in der Altstand gibt es viel Leerstand. Foto: LGheuteLüneburg, 21.05.2026 - Lüneburg hat ein Wohnraumproblem, das eigentlich ein doppeltes ist. Denn die Stadt leidet nicht nur unter Wohnungsmangel und damit verbundenen hohen Mieten, es gibt auch jede Menge Leerstand. Die Partei Die Linke fordert nun konkrete Maßnahmen gegen den Leerstand und macht auch Vorschläge. Doch hilft das den Lüneburgern wirklich?

"Während in Lüneburg bereits heute rund 800 Wohnungen fehlen und bis 2040 etwa 3.500 zusätzliche Wohnungen benötigt werden, stehen Gebäude teilweise über Jahre hinweg leer", beklagt Thorben Peters das seit Jahren anwachsende Problem. Ein solch "massiver Widerspruch" sei nicht länger hinnehmbar, findet der langjährige Kreisvorsitzende der Lüneburger Linken, der auch als Oberbürgermeister-Kandidat antritt. "Während Familien, Auszubildende, Studierende und Menschen mit geringem Einkommen kaum noch Wohnungen finden, stehen Häuser mitten in der Altstadt jahrelang leer."

Peters stört vor allem die "mangelnde Durchsetzung bestehender Möglichkeiten" gegen den Leerstand insbesondere in Lüneburgs Altstadt. Dazu zählt er ein verbindliches Leerstandsregister mit Meldepflicht, eine konsequentere Umsetzung der Zweckentfremdungssatzung sowie einen Runden Tisch zur Rückgewinnung leerstehenden Wohnraums in der Altstadt. Ziel müsse es sein, bestehende Potenziale schneller zu aktivieren und die Wohnungsfrage stärker als gemeinsame Aufgabe von Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft zu begreifen.

◼︎ Mehr bauen – für die Hamburger?

Neben dem Leerstand beklagen die Linke aber seit langem auch, dass zu wenig neue Wohnungen in Lüneburg entstehen. Doch hilft zusätzlicher Wohnraum auch wirklich oder verstärkt er nur das Problem, unter dem Lüneburg schon lange leidet? Denn als attraktive Stadt im gut erreichbaren Umfeld von Hamburg lockt es seit Jahren diejenigen an, die wegen der vergleichsweise niedrigeren Mieten lieber nach Lüneburg umziehen. Die Folge sind steigende Mieten und die Verdrängung von Lüneburgern ins Umland.

Zwar sieht auch Peters die Wanderungsbewegungen aus Hamburg nach Lüneburg, doch daraus dürfe nicht der Schluss gezogen werden, in Lüneburg nicht mehr zu bauen. "Die Alternative wäre ja nicht weniger Zuzug, sondern ein noch stärkerer Druck auf die Menschen, die bereits hier leben." Entscheidend sei deshalb, welche Wohnungen entstehen. "Wenn überwiegend hochpreisige Wohnungen gebaut werden, verschärft das soziale Probleme eher. Bezahlbarer Wohnraum kann dagegen helfen, den Druck auf dem Wohnungsmarkt zu reduzieren."

 

 

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