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Als Parteiloser das Rathaus erobern

Heiko Meyer tritt bei der OB-Wahl im September erneut an

Fährt mit Standwagen und Sonnenschirm in den Wahlkampf: Heiko Meyer. Foto: LGheuteLüneburg, 27.03.2026 - Die Liste der Kandidaten, die Oberbürgermeister von Lüneburg werden wollen, wird immer länger. Heute gab Heiko Meyer als sechster Bewerber seine Kandidatur für das Spitzenamt im Rathaus bekannt. Er will "für alle Lüneburger" da sein, sagte der Parteilose, der 2021 schon einmal angetreten war, in der Stichwahl sich dann Claudia Kalisch (Grüne) geschlagen geben musste. Dieses Mal will er den Sprung auf den Chefsessel schaffen, sein Wahlprogramm wollte er aber noch nicht präsentieren.

Punkt 11 Uhr kam Heiko Meyer mit einem Fahrrad-Stand auf den Marktplatz gefahren, wo schon die einbestellten Pressevertreter und seine treuesten Fans auf ihn warteten. Vor seinem Stand, der bei dem sonnigen Tag zuerst an einen italienischen Strand-Eisverkäufer erinnerte, packte Meyer dann aus, womit er die Lüneburger für sich gewinnen will. Sein Angebot, so bunt wie die imaginären Eiskugeln, umfasst so ziemlich alles, was Lüneburg eigenverantwortlich zu stemmen hat: Mehr Sicherheit am Sande, mehr Sauberkeit in der Stadt, mehr Wohnraum, mehr Unterstützung für die Wirtschaft, ein verbesserter ÖPNV, Radwegsanierung statt zusätzlichem Ausbau, Unterstützung der Kulturszene – Meyer ließ so gut wie nichts aus. Schließlich soll sich auch jeder mitgenommen fühlen.

Auch wenn seine Punkte sich auch bei den meisten anderen Kandidaten wiederfinden lassen, punktet Meyer doch mit einem Alleinstellungsmerkmal: Er ist parteilos, oder "überparteilich", wie er es nennt. Und mit diesem Pfund will er bei der Wahl wuchern. "Nicht die Partei geht vor, sondern der Mensch. Es geht mir um das, was uns hier in Lüneburg vereint, nicht spaltet." Er sieht sich als "Kandidat aller Lüneburger".

Damit dürfte Meyer vor allem Lüneburgs amtierende Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch gemeint haben, die sich in ihrer Amtszeit häufig erheblicher Kritik ausgesetzt sah, insbesondere bei dem von ihr und den Grünen vorangetriebenen Ausbau der Radwege und dem damit verbundenen Vergrellen der Autofahrer. Meyer, der sich sonst zurückhaltend über seine Mitbewerber äußerte, machte unmissverständlich klar: "Ich sehe Frau Kalisch als Hauptgegnerin, allein schon wegen ihres Amtsbonus'."

Warum er erst jetzt aus der Deckung gekommen ist, nachdem neben Kalisch bereits Frank Soldan (FDP), Oliver Wozniok (SPD), Thorben Peters (Linke) und Michèl Pauly (Volt) ihren Hut in den Ring geworfen haben, erklärt Meyer so: "Ich war beim letzten Mal als Erster angetreten, mit einem Jahr Vorlauf war das dann zu lang." Andere vermuten eine andere Taktik: Abwarten, wer da alles mitmischt, bevor man vergebens ins Rennen geht. 

Meyer sieht für sich jedenfalls gute Chancen: "Mein Ziel ist die Stichwahl." Ob er das wieder schafft, bleibt abzuwarten. Bis dahin sollte er aus seinem Wagen aber auch mal sein Wahlprogramm herausziehen. Das, so sagt er jedenfalls, sei zwar schon ausgearbeitet, mit der Präsentation desselben aber will er noch warten. Hierbei schwingen seine Erfahrungen aus 2021 mit, als Mitbewerber sich einige seiner Punkte zu eigen gemacht haben sollen. Das will er dieses Mal vermeiden. Ein gewichtiges Thema dürfte dabei das Thema Sicherheit und Ordnung in der Stadt sein. 

In der Politik ist Meyer, der seit 20 Jahren Vorsitzender der Händler-Gemeinschaft Lüneburger City Management (LCM) ist, kein Unbekannter. Von 2016 bis 2021 war er parteiloses Mitglied des Stadtrats. Seit über 20 Jahren ist er Mitglied im Bauausschuss und stellvertretendes Mitglied im Mobilitätsausschuss der Stadt, allerdings ohne Stimmrecht. Meyer (52) ist selbständiger Unternehmer, verheiratet und hat zwei Kinder.  

 

 

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