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Letzte Hoffnung Autofahrer

Neues Nutzerportal soll Notlage während der Bahn-Sperrung überbrücken  

Ab 1. Mai ist Schluss. Dann wird Lüneburg für voraussichtlich zweieinhalb Monate vom Bahnverkehr abgeschnitten sein. Foto: LGheuteLüneburg, 11.02.2026 - Schwere Zeiten kommen ab Mai auf die Bahn-Kunden in der Region zu, vor allem die Tages-Pendler, die in der Region auf einen intakten Bahnverkehr zwischen Hamburg und Hannover angewiesen sind. Weil die Bahnstrecke Hamburg - Hannover von Anfang Mai bis Mitte Juli grundsaniert und dafür komplett gesperrt wird, müssen Pendler andere Wege nutzen, um doch noch irgendwie an ihr Ziel zu kommen. Für Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch (Grüne) ist der geplante Bahn-Blackout ein Unding. Wirklich überraschend aber ist: Sie setzt nun ausgerechnet auf diejenigen, die sie in ihrer Stadt partout nicht haben will: die Autofahrer.

Fünf Stunden Fahrzeit für den Hin- und Rückweg nach Hannover, für Pendler sei das "unzumutbar", findet Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch mit Blick auf die angespannte Lage, die in den kommenden Monaten droht. Stadt und Landkreis Lüneburg haben deshalb entschieden, ein "Pendlerportal" für die betroffenen Strecken einzurichten. Es soll Pendlern ermöglichen, sich zusammenzutun und gemeinsam zu fahren – und zwar mit dem Auto. 

Eingerichtet hat die Plattform unter dem Namen "Routenretter" die Marktplatz Design und Software GmbH. "Wir sind dankbar, dass die Marktplatz Agentur das Angebot kostenlos für alle zur Verfügung stellt und dass wir das Medienhaus Lüneburg als Partner bei diesem wichtigen Projekt gewinnen konnten", betont Kalisch, die damit indirekt auch eine Niederlage einräumt. Denn sie wie auch Lüneburgs Landrat Jens Böther hatten sich in der Zeit der Sperrung für Ersatzangebote eingesetzt, darunter für einen Expressbus nach Hannover. Ohne Erfolg. "Zu unserem Bedauern hat die Bahn ihr Angebot nicht nachgebessert, sodass wir selbst aktiv geworden sind", so Böther. 

Der "Routenretter" ist die Erweiterung eines bereits bestehenden Pendlerportals. Alle wichtigen Adressen und Points of Interest sind dort jetzt hinterlegt, zum Beispiel Behörden, Schulen, Gewerbegebiete, ÖPNV-Stationen oder medizinische Einrichtungen. Nutzende können somit den eigenen Standort, ihre Ziele und Treffpunkte auswählen.

Das Portal ist ab sofort erreichbar unter www.routenretter.de.

 

 

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