Aktualisiert: Mutmaßlicher Täter ein 45-jähriger türkischer Staatsbürger
Stade, 29.06.2026 - Im Zusammenhang mit der Bluttat in Stade, bei der heute sechs Menschen durch Schüsse getötet wurden, gab die Polizeidirektion Lüneburg am Abend im Rahmen einer Pressekonferenz in Stade erste Details bekannt. Danach handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen 45-jährigen türkischen Staatsbürger, der im Raum Hannover wohnt. Als Motiv für die Tat geht die Polizei von einem Sorgerechtsstreit aus.
In der Pressekonferenz, bei der auch Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) teilnahm, erläuterte die Präsidentin der Polizeidirektion Lüneburg, Kathrin Schuol, gemeinsam mit dem Einsatzleiter den aktuellen Ermittlungsstand. Danach wurden am Mittag vier Frauen und zwei Männer durch Schüsse tötlich verletzt. Bei den Getöteten handelt es sich um Mitarbeiter der Jugendhilfeeinrichtung, die auch als Mitter-Kind-Einrichtung in Stade bekannt ist.
Laut Schuol war der mutmaßliche Täter wegen eines amtlich anberaumten Termins in die Einrichtung gekommen, in der sich zu dem Zeitpunkt auch dessen drei Monate alte Tochter und die 34-jährige Kindsmutter befand. Die Polizei geht vor diesem Hintergrund von einem "Sorgerechts-Fall" aus. Das Kind befindet sich inzwischen in behördlicher Obhut, die Mutter ist laut Schuol weiterhin in Polizei-Gewahrsam und noch "Gegenstand polizeilicher Befragung".
Der mutmaßliche Täter, der sich in Begleitung einer 55 Jahre alten Frau befand und mit ihr am Steuer in einem Fahrzeug vom Tatort flüchtete, ist polizeibekannt, war aber nicht als gewalttätig eingestuft. Eine Erlaubnis zum Führen einer Waffe hat er nicht. Zur Waffe selbst wollte die Polizei noch keine Angaben machen. Bei der Flucht mit dem Pkw hatte die Polizei noch am Tatort Schüsse auf das Fahrzeug abgegeben. Die Flüchtenden konnten erst einige Kilometer vom Tatort entfernt in ihrem Auto gestellt werden.
Die Polizei ermittelt laut Schuol derzeit weiter in alle Richtungen. Bezüge zu kürzlich stattgefundenen Straftaten in Stade mit Clan-Hintergrund gebe es aber nicht. Es handele sich um einen Einzelfall. Weitere Ermittlungs-Details sollen zeitnah bekannt gegeben werden. Die Staatsanwalt, die inzwischen den Fall übernommen hat und ebenfalls in der Pressekonferenz vertreten war, äußerte sich inhaltlich nicht weiter.

