Warum Fifa-Boss Infantino ein Glücksgriff ist
02.07.2026 - Man kann über Gianni Infantino sagen, was man will, eines aber sicher nicht: dass die Fußball-Weltmeisterschaft unter seiner Ägide langweilig geworden ist. Wie kaum zuvor ist die WM 2026 geprägt von spielerischen Wettkämpfen, in denen sich vor allem die etablierten Fußball-Nationen unverhofft Teams gegenüber herausgefordert sehen, denen die große Fußball-Bühne bislang verschlossen war – für jedes Fußballer-Herz ein echter Gewinn. Infantino aber hat noch mehr zu bieten.
Wer satt und zufrieden ist, ist zu Höchstleistungen kaum mehr bereit. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat dafür gerade ein ernüchterndes Beispiel abgegeben. Das eigentliche Problem: Es ist bereits das dritte Mal in Folge, dass die deutsche Mannschaft schon im Ansatz floppte.
Ein Versagen in dieser Abfolge wirft nicht nur Fragen nach der Verfasstheit der Mannschaft oder ihres Trainers auf. Dafür gibt es zahlreiche Gründe und ebenso viele Erklärungen. Dabei aber stehenzubleiben, hieße, nur auf die Symptome, nicht aber auf die wahren Probleme zu schauen.
Und die offenbaren erstaunliche Parallelen zwischen dem Leistungsversagen der deutschen Nationalmannschaft und der aktuellen Leistungsfähigkeit des Landes: Ebenso wie hochdotierte Nationalspieler kaum noch Motivation zeigen, sich für die Sache richtig ins Zeug zu legen, sehen sich auch viele Arbeitnehmer nicht mehr veranlasst, mehr als das unbedingt Notwendige zu tun – verständlich, wenn jeder zusätzliche Einsatz nicht mit einem spürbaren Mehr iin der Gehaltsabrechnung vergütet wird. Wozu also mehr Leistung?
Womit sich der Kreis zu Gianni Infantino schließt. Er ist es, der mit der umstrittenen Erweiterung der Anzahl der teilnehmenden Mannschaften an der Fußball-WM genau diesen Leistungs-Gedanken in den Vordergrund rückt. Es mag vielleicht nicht die eigentliche Intention des Fifa-Präsidenten gewesen sein, aber mit der Einbeziehung von noch erfolgshungrigen Ländern erweist sich die Fußball-WM 2026 als überraschend wohltuende Veranstaltung mit nicht nur immergleichen Teilnehmern.

