Warum Begriffe nicht immer sind, was mit ihnen gesagt wird
31.03.2026 - Dass Sprache manipulativ sein kann, ist bekannt. "Steht Ihnen gut", ist der Standard-Satz von Verkäuferinnen, wenn Kundinnen sich mit Anprobe-Kleid im Spiegel betrachten. In der Politik läuft es umgekehrt: Hier wird alles als Mist bezeichnet, was nicht aus den eigenen Reihen kommt. Sprache kann aber noch mehr. Etwa Begriffe inhaltlich so besetzen, dass sie ins eigene Konzept passen. Wie das funktioniert, hat ein Abgeordneter der AfD kürzlich im Bundestag aufgezeigt.
In seiner Rede anlässlich der von der Links-Partei beantragten "Aktuellen Stunde" zum Thema "Demokratie leben – Engagement schützen, Förderstrukturen erhalten" am 27. März sagt der AfD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Maack:
"Vielleicht ist es wichtig, mal ein paar Begrifflichkeiten klarzustellen, die Debatte ist bisweilen etwas verwirrend, weil für den gleichen Sachverhalt zwei verschiedene Begriffe benutzt werden. Also wenn die AfD von einem Steuerzahler spricht, der sich für die demokratischen Grundrechte einsetzt, dann nennt der linke Teil dieses Plenums diese Person einen Rechtsextremisten. Und wenn wir von Linksextremisten reden oder im Falle von Angriffen auf Personen oder Infrastruktur auch von Linksterroristen, denn wird der im linken Teil des Plenarsaals als Aktivist bezeichnet. Und die Summe aller Linksextremisten oder Aktivisten heißt bei uns Antifa und im linken Teil des Plenarsaals Zivilgesellschaft."
Maack folgert daraus folgert: "Wenn Sie also in Zukunft Zivilgesellschaft hören und an Linksextremisten denken, dann liegen Sie da genau richtig." Ob man dem folgend möchte, hängt wie beim neuen Kleid vom jeweiligen Betrachter ab.

