Eine besondere Spende ermöglicht die Anschaffung des fehlenden Zeitanzeigers
Adendorf, 03.07.2026 - Auf Adendorf kommen harte Zeiten zu. Anders ist die Botschaft, die von der Gemeindeverwaltung in diesen Tagen verschickt wurde, kaum zu deuten. Nach der millionenschweren Sanierung des Freibads war offenbar kein Geld mehr in der Gemeindekasse, um die altersschwache Freibad-Uhr gegen eine neue einzutauschen. Nun fand sich ein privater Spender, der der klammen Gemeinde unter die Arme griff – indem er selbstgekochte Suppe verkaufte.
Es liest sich wie eine anrührende Geschichte aus der Zeit, als Nachkriegs-Deutschland noch in Trümmern lag, der Alltag der Menschen nur mit viel Improvisationskunst und Eigeninitiative zu bewältigen war und Kohlen und Kartoffeln auf dem Schwarzmarkt zu haben waren. Doch es ist nicht Berlin '45, es ist Adendorf 2026. Das Problem hier: Die alte Freibad-Uhr war mit der Komplett-Sanierung des Freibads entsorgt, Geld für eine neue konnte sich die Gemeinde nicht mehr leisten.
Sascha Schellin wollte sich damit nicht abfinden. Der Adendorfer hatte sich im vergangenen Jahr deshalb ein Herz gefasst, sich an den heimischen Herd gestellt und so viel Suppe gekocht, dass er sie auf dem Adendorfer Nikolausmarkt an Hungrige verkaufen konnte. Aus der guten Tat konnte er 500 Euro erzielen, die er für die Neuanschaffung einer Freibad-Uhr spendete, Geld, das die Gemeinde allein offenbar nicht mehr aufzubringen vermochte.
"Mit der neuen Uhr konnten wir einen Wunsch vieler Badegäste erfüllen. Wir freuen uns, dass die Umsetzung mit der Spende ermöglicht werden konnte", sagt Tim Conrad, Fachbereichsleiter Personal & Interner Service der Gemeinde Adendorf.
Auch Sascha Schellin freut sich über das Ergebnis: "Mir war wichtig, dass die Spende für etwas eingesetzt wird, das von vielen Menschen in unserer Gemeinde genutzt wird und im Alltag einen praktischen Nutzen hat. Die Uhr gehört für viele Besucher einfach zum Freibad dazu. Deshalb freue ich mich, dass sie nun wieder an ihrem Platz hängt."
Es war übrigens nicht das erste Mal, dass Sascha Schellin der Gemeinde unter die Arme griff. Bereits im vergangenen Jahr hatte er die Einnahmen einer ähnlichen Aktion auf dem Nikolausmarkt der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Mit den Erlösen daraus konnte ein neuer Aufenthaltsbereich vor der Sporthalle Adendorf mitfinanziert werden.

