Die CDU in Adendorf will "Strabs"-Betroffene entlasten – und fordert hohe Zinsen für offene Beiträge
Adendorf, 01.06.2026 - Kaputte Straßen sind nicht nur für Autofahrer ein Ärgernis, auch Anlieger können sie mitunter in arge Bedrängnis bringen. Vor allem dann, wenn die Straße erneuert und die Anlieger hierfür im Zuge der "Straßenausbaubeitragssatzung" zur Kasse gebeten werden. Dann können teils heftige Beiträge verlangt werden, die manch' einen Privathaushalt in schwere Schieflage versetzen kann. Immer mehr Kommunen nehmen deshalb inzwischen auch Abstand von der unbeliebten "Strabs". Nun hat sich auch die CDU-Fraktion in Adendorf des Themas angenommen – und könnte damit sogar noch mehr Geld von den Betroffenen verlangen.
"Straßenausbaubeiträge können Grundstückseigentümer schwer belasten", heißt es in dem Antrag, den CDU-Fraktionsmitglied Gunther Freiherr von Mirbach für die kommende Ratssitzung vorgelegt hat. Doch statt einer Abschaffung dieser einseitig auf Anlieger ausgerichteten Satzung soll den Beitragspflichtigen lediglich die Möglichkeit geboten werden, den Beitrag nicht in einer Summe, sondern "in frei wählbaren Raten" zu zahlen. Das, so von Mirbach, trage "zu einer merklichen Entlastung" bei.
"Angesichts der inzwischen exorbitant hohen Baukosten ist die Entlastung der Grundstückseigentümer erforderlich", heißt es in dem Antrag weiter. Doch was als "Entlastung" verkauft wird, entpuppt sich bei genauer Betrachtung als eine zusätzliche Einnahme-Möglichkeit für die Gemeinde. Denn die Betroffenen sollen den geforderten Betrag nicht nur innerhalb von zehn Jahren zurückzahlen, sie sollen auch sechs Prozent Zinsen per anno auf die jeweils offenen Beträge zahlen. Für diese soll zudem eine entsprechende Hypothek zugunsten der Gemeinde im Grundbuch eingetragen werden.
Dass der Antrag weniger den Betroffenen als vielmehr der klammen Gemeinde dienen soll, daraus macht auch die CDU selbst keinen Hehl. In ihrem Antrag heißt es: "Die Entlastung selbst ist ein Akt der bürgerfreundlichen Verwaltung. Er ist systemkonform und trägt gleichzeitig der Haushaltslage der Gemeinde Rechnung."
Man darf gespannt sein, welche Ratsmitglieder sich dieser Vorlage anschließen. Die nächste Ratssitzung findet am 25. Juni statt.

