Warum fielen Teile der Straßenbeleuchtung in Adendorf so lange aus?
Adendorf, 23.01.2026 - Wenn in der Ukraine ein Kraftwerk ausfällt, weil Putin dort weiter mit unverminderter Härte zivile Ziele attackieren lässt, dauert es in der Regel wenige Tage, bis Strom und Wärme wieder fließen. Anders in Adendorf. Hier versanken Teile der Dorfstraße und angrenzende Bereiche gleich über mehrere Wochen in tiefer Dunkelheit, weil die Straßenbeleuchtung ausgefallen war. Gestern kam das Licht zurück. Doch warum hat es so lange gedauert? Fragen an die Gemeindeverwaltung.
"Es kann im Einzelfall aber auch generell einmal länger dauern, bis der Fehler für einen Defekt an der Straßenbeleuchtung gefunden wurde", sagt Frank Ninnemann, in Adendorf für die Bereiche Bauen, Planung und Liegenschaften zuständig, heute auf Nachfrage von LGheute.
Doch während die Adendorfer in dem betroffenen Bereich inzwischen wieder heller sehen, tappt die Gemeinde weiter im Dunklen. Denn Ninnemann zufolge ist der Ausfall "vermutlich" im Zusammenhang mit der Erneuerung beziehungsweise Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik in großen Teilen von Adendorf zurückzuführen. "Die Gemeinde ist hierzu im Austausch mit dem Stromnetzbetreiber und der Firma, die die Lampenköpfe geliefert und installiert hat", so Ninnemann.
◼︎ Probleme bei der Ausschreibung
Die ungewöhnlich lange Dauer des Ausfalls der Straßenbeleuchtung – Anwohner der Dorfstraße berichten, dass die Leuchten bereits mehrere Tage vor Weihnachten ausgefallen waren – erklärt die Gemeinde wiederum mit Verzögerungen beim Austausch der Leuchten. "Da das Wechseln der Lampenköpfe ausgeschrieben werden musste, erfolgte die Maßnahme in diesem Fall nicht durch den örtlichen Stromnetzbetreiber", so Ninnemann. Und weiter: "Dies erschwert leider derzeit noch die Fehlerbeseitigung." Warum die Straßenlaternen trotz angeblich weiterhin offener Fehlerlage seit gestern dennoch wieder leuchten, erklärte er nicht.
◼︎ Verwaltung blieb stumm
Warum die Gemeinde erst zu Jahresbeginn von dem Ausfall erfuhr, wie auf Nachfrage erklärt wurde, ist unverständlich, nachdem die Straßenbeleuchtung bereits vor Weihnachten ausgefallen war. Anwohner vermuten hierfür die Weihnachtspause und Zeit zwischen den Jahren. Hier war die Verwaltung wie auch andernorts nicht präsent. Unverständlich aber bleibt, warum die Gemeinde nicht umgehend zu dem Zeitpunkt, als sie von der Situation erfuhr, also vor drei Wochen, umgehend reagierte. Doch die Verwaltung blieb stumm. Weder wurden Anwohner per Wurfzettel über die aktuelle Lage aufgeklärt, noch gab es einen Hinweis auf der Homepage der Gemeinde.
◼︎ Und wer haftet im Schadensfall?
Die Betroffenen wurden mit der Situation – rund fünf Wochen Ausfall der Straßenbeleuchtung – sprichwörtlich allein gelassen. Und das in der dunklen und schnee- und eisgefährdeten Jahreszeit. Während jeder Anwohner verpflichtet ist, die Gehwege vor seinem Grundstück nahezu rund um die Uhr begehbar zu halten, ist die Verwaltung über Wochen abgetaucht.
Was aber, wenn doch Personen zu Schaden kommen, etwa weil sie in der Dunkelheit gestürzt sind? "Wir setzen uns intensiv für die Fehlerbeseitigung ein und hoffen, dass niemand zu Schaden kommt", sagt Ninnemann und dreht den Spieß auch gleich um: "Insofern raten wir jedem Verkehrsteilnehmer, sich umsichtig zu verhalten. Sollte es dennoch zu einem Schaden kommen, ist dies im Einzelfall zu betrachten."

