Eine neue Studie zeigt auf, was die Energiewende Deutschland kostet
10.10.2026 - Angst ist gut fürs Geschäft. Versicherungen leben bestens davon, ebenso Hersteller von Überwachungskameras, Fahrradschlössern, Impfstoffen oder der Pille danach. Aber auch die Politik hat das Geschäft mit der Angst längst für sich erkannt, allen voran die Grünen. Weil sie meinen, in Deutschland das Welt-Klima retten zu müssen, haben sie gemeinsam mit SPD und CDU die Energiewende eingeleitet – ein Milliarden-Geschäft mit geringem Klima-Nutzen. Aus dieser Ideologie ist inzwischen ein Milliarden-Loch mit europaweit höchsten Stromkosten geworden. Welche Summen da zusammenkommen, zeigt eine neue Studie auf – und wie eine sinnvolle Alternative aussehen könnte.
Seriöse Unternehmer ziehen regelmäßig Bilanz und prüfen, ob die von ihnen getroffenen Entscheidungen auch den erhofften Erfolg gebracht haben. Geschieht das nicht, laufen sie Gefahr, über kurz oder lang vor einem echten Problem zu stehen. In der Politik gelten solche Grundsätze nicht, hier gelten andere Regeln. Nicht wirtschaftlicher Sachverstand entscheidet, was getan werden sollte, sondern häufig Ideologien und Stimmungen. Und wenn diese dem volkswirtschaftlich Notwendigen widersprechen, hat das Notwendige halt das Nachsehen.
Anstelle der Politik hat jetzt die Denkfabrik 21 Bilanz gezogen. In einer Studie listet sie auf, was die deutsche Energiewende kostet, wenn es so weitergeht wie bisher geplant. Grundlage hierfür sind die Pläne der Bundesregierung, den Anteil von Wind und Sonne am Stromaufkommen von bisher 59 Prozent auf 80 Prozent in 2030 zu steigern.
Die Rechnung der Experten: Der dafür erforderliche Ausbau der Netze wird 1,2 Billionen Euro kosten. Hinzu kommen Ausgaben für den Neubau von Gaskraftwerken in Höhe von rund 11 Milliarden Euro, wenn jeweils eine Milliarde Euro je Gigawatt Leistung zugrunde gelegt wird. Weitere drei Milliarden Euro kommen für das Hoch- und Herunterfahren von konventionellen Kraftwerken hinzu, wenn Sonne und Wind nicht wie gewünscht liefern. Und dann gibt es auch noch die Subventionen für die Subventionierung der erneuerbaren Energien und des Industriestrompreises mit jährlich rund 30 Milliarden Euro, wie die "Neue Zürcher Zeitung" in einem aufschlussreichen Beitrag zusammengefasst hat.
Das Ergebnis: Deutschland hat europaweit nicht nur die höchsten Stromkosten, auch in seiner CO2-Bilanz liegt Deutschland in Europa weit zurück. "Im vergangenen Jahr pustete Deutschland 339 Gramm Kohlendioxid-Äquivalente je Kilowattstunde Strom in die Atmosphäre, zehnmal so viel wie Frankreich", heißt es in dem NZZ-Beitrag. Denn die Treibhausgasemissionen von Kernkraftwerken liegen, so heißt es in dem Beitrag weiter, über den Lebenszyklus der Kraftwerke betrachtet, im Durchschnitt bei lediglich 12 Gramm Kohlendioxid-Äquivalenten je Kilowattstunde Strom. "Damit sind Kernkraftwerke ähnlich klimafreundlich wie Windkraftanlagen, die auf eine Emissionsmenge von 11 Gramm kommen. Zum Vergleich: Gaskraftwerke stoßen zwischen 400 und 600 Gramm Kohlendioxid-Äquivalente je Kilowattstunde Strom aus, Braunkohlekraftwerke sogar zwischen 800 und 1.100 Gramm."
Die Konsequenz: Deutschland, so die Studie, sollte wieder die Kernenergie nutzen. In einem ersten Schritt sollten die fünf stillgelegten Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 7 Gigawatt wieder ans Netz gebracht werden, Kosten rund 8,5 Milliarden Euro. Allein hierdurch würde der Strompreis um 14 Prozent sinken. Darüber hinaus sollte der Anteil der Kernkraftwerke durch Zubau von 31 Anlagen dann von 10 auf 30 Prozent erhöht werden, Kosten rund 350 Milliarden Euro.
Auch auf die Themen Endlagerung und Kühlung geht die Studie ein. So verfüge Deutschland über die geographischen Voraussetzungen für ein Endlager für radioaktive Abfälle, und auch die Kühlung könne etwa durch geschlossene Kühlwasserkreisläufe sichergestellt werden. Hinzu komme, dass künftige kleine, modulare Kernkraftwerke, sogenannte SMR, mit den vorhandenen abgebrannten Brennelementen betrieben werden können. Und sollte die Kernfusion einsatzbereit sein, fiele überhaupt kein Atommüll mehr an.
Ein Problem sieht die Studie aber auch: die Energiewirtschaft selbst. Viele Unternehmen verdienten prächtig an den hochsubventionierten Erneuerbaren, die Bereitschaft zum Wechsel halte sich daher in Grenzen. Was nicht zuletzt auch an der wankelmütigen Politik liege.

