Attraktivität der Region sinkt

Unternehmen beklagen in IHK-Umfrage fehlenden Wohnraum und unzureichende Breitbandversorgung 

Die IHK hat wieder Unternehmen der Region über die Attraktivität des Landkreises Lüneburg befragt. Das Ergebnis fiel schlechter aus als noch vor drei Jahren. Foto: LGheuteLüneburg, 01.06.2018 - Kein gutes Zeugnis für die Regionalpolitik: Schlechter als noch vor drei Jahren beurteilen die Unternehmen im Landkreis Lüneburg die Attraktivität ihres Standortes. Lediglich Note 2,7 wurde bei der aktuellen Standortumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg ermittelt. Als bedeutendste Handlungsfelder benennen die Unternehmen die unzureichende Breitbandinfrastruktur, das fehlende Verständnis für betriebliche Angelegenheiten seitens der Politik sowie einen Mangel an attraktivem Wohnraum und Wohnbauflächen. 

Zum zweiten Mal nach 2015 hat die IHK Betriebe aufgefordert, ihre Region zu bewerten. Anhand von 30 Faktoren aus den Bereichen Infrastruktur, Lebensqualität, Arbeitsmarkt / Beschäftigung, Standortkosten und wirtschaftspolitisches Umfeld fällten mehr als 1.200 Unternehmen im gesamten IHK-Bezirk ihr Urteil, davon 221 aus dem Landkreis Lüneburg.

Punkten kann die Region vor allem durch ihr positives Image, die Tagungs- und Hotelinfrastruktur, die Ortskern- bzw. Innenstadtattraktivität sowie durch das Angebot in den Bereichen Sport, Freizeit und Kultur. "Der Landkreis Lüneburg profitiert vom positiven Image der Region und von der wachsenden Hansestadt Lüneburg", sagt IHK-Vizepräsident Stefan Wabnitz, Inhaber vom Weinfass Wabnitz in Lüneburg. "Die Gewinnung von qualifiziertem Personal ist aber immer schwieriger geworden und stellt zukünftig eine zentrale Herausforderung dar – auch weil bezahlbarer Wohnraum knapp ist. Ebenso wichtig sind nach wie vor die großen Infrastrukturprojekte A 39 und die Schleuse Scharnebeck sowie der Ausbau des schnellen Internets."

Die Umfrageergebnisse geben IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert zufolge "wichtige Impulse für Politik und Verwaltung in den Städten, Gemeinden und Landkreisen, um unsere Region erfolgreich für die Zukunft aufstellen zu können". Im Vergleich zur Umfrage 2015 liegen im gesamten IHK-Bezirk Lüneburg-Wolfsburg die Zufriedenheitswerte bei fast allen Standortfaktoren jetzt im Durchschnitt niedriger. "Alleine daran lässt sich der große Handlungsbedarf erkennen", sagt Zeinert. "Unsere IHK wird sich dabei gern einbringen und mit den handelnden Akteuren das Gespräch suchen."

Die Ergebnisse der Standortbefragung sowie ausführliche Auswertungen für die einzelnen Landkreise sind unter www.ihk-lueneburg.de/standortumfrage abrufbar.

 

 

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