Kommentar

Bimmelbahn-Marketing

12.07.2012 - Zuerst die gute Nachricht: Auch nach der abgesagten Nacht der Romantik dürfen die Lüneburger auf eine stimmungsvolle Romantik-Nacht im Kurpark hoffen. Eine gemeinnützige GmbH setzt nun das um, was einer mit Millionen-Zuschüssen aus dem Stadtsäckel gepäppelten Marketing-Truppe nicht gelingen will: Die Inszenierung eines romantischen Abends, frei von überbordender Gigantomanie, mit einem schlichten und daher vermutlich auch griffigen Veranstaltungskonzept für ein paar schöne Spätsommerstunden im Lüneburger Kurpark.

Blinder Alarm

07.06.2012 - Es war dieses Mal keine 75-Kilo-Bombe wie 2002, sondern nur eine 30-Kilo-Stacheldrahtrolle, die heute Morgen am Meisterweg vom Kampfmittelräumdienst ausgebuddelt wurde. Das ist die gute Nachricht. Die weniger gute Nachricht: 8.000 Menschen standen gestern plötzlich vor der Situation, innerhalb von nicht einmal 24 Stunden ihre Häuser und Wohnungen verlassen zu müssen - und das auch nur für den Fall, dass tatsächlich ein Blindgänger hätte gefunden werden sollen.

Respekt!

21.04.2012 - Sie kamen, und sie hörten zu. Und sie wussten, was sie erwartet. Doch dass sie am Ende auch noch Beifall spenden würden, damit hatten sie wohl selber nicht gerechnet. Die Bewohner des einsturzgefährdeten Hauses Frommestraße Nr. 5 waren der Einladung der Stadt ins Lüneburger Glockenhaus gefolgt, um zu erfahren, wie es dazu kommen konnte, dass plötzlich alles ganz anders war, und wie es weitergehen soll, wenn sie Mitte Juni auf der Straße stehen.

Auf ein Neues!

23.03.2012 - Viel Lärm um nichts! Fast könnte man geneigt sein, das Ergebnis der gestrigen Abstimmung im Stadtrat zur Verlängerung des Pachtvertrags mit dem Lüneburger Luftsportverein unter dieser Rubrik abzuhaken. Doch damit würde man den Ratsmitgliedern vermutlich Unrecht tun. Sie haben sich - anders als ursprünglich geplant - gestern dann noch einmal mächtig ins Zeug gelegt und lange für ihre unterschiedlichen Positionen gefochten.

Partei im Umbruch

14.03.2012 - Die Lüneburger CDU kommt in Bewegung. Besonders deutlich wurde dies auf ihrer gestrigen Jahreshauptversammlung mit der Wahl des neuen Vorsitzenden Niels Webersinn. Mit ihm übernimmt ein 31 Jahre junger Mann die Führung eines Stadtverbands, der dies auch dringend nötig hat. Die herbe Niederlage bei der Kommunalwahl 2011 war die Quittung für Versäumnisse, die sich in den Jahren zuvor geradezu aufgetürmt hatten. Themen wie die Vereinbarkeit von Bildung und Beruf oder Veränderungen im Schulsystem erzeugen Fragen, auf die die CDU dringend Antworten geben muss.

Hänge-Brücke

06.03.2012 - Kommt die Brücke noch, oder war es das dann schon? Vielen Kreistagspolitikern, die sich gestern vergebens gegen eine Bürgerbefragung im Landkreis Lüneburg gestemmt haben, war anscheinend von vornherein klar, dass ein "Ok" für die Befragung das "Aus" für die Brücke bedeuten wird. Schließlich, so befürchten sie, werde sich wohl kaum eine Mehrheit für ein Projekt finden lassen, das die meisten nicht brauchen und wofür sie folglich auch nicht zahlen wollen.

Geschafft!?

03.02.2012 - Geschafft! Auf einen Schlag hat der Kreis 72 Millionen Euro weniger Schulden. Dem Entschuldungsfonds oder besser Zukunftsvertrag sei Dank. Und in der Tat: Ohne die Unterstützung des Landes Niedersachsen und anderer niedersächsischer Kommunen - auch diese sind über den Entschuldungsfonds am Schuldenabbau des Kreises beteiligt - hätte der Landkreis Lüneburg seine Bürde in absehbarer Zeit wohl nicht abbauen können.

HausHALT! 2012

31.01.2012 - Minus 5,9 Millionen Euro - kein Pappenstiel für eine Stadt wie Lüneburg. Und doch wurde diese stattliche Summe mit der Mehrheit der Stimmen von SPD, Grünen, Linken und Piraten am vergangenen Freitag durchgewunken. Haushalt 2012 lautet dafür die Überschrift, und die Befürworter setzten alles daran deutlich zu machen, wie sehr diese Last der Stadt doch gut tut.

Maulkorb-Debatte

09.12.2011 - Sie kam dann doch, die geplante Erhöhung der Aufwandsentschädigungen für die Ratsmitglieder. Dass die Mehrheitsgruppe im Rat nicht vor den Linken einknicken wollte, war abzusehen, doch die Reaktionen seitens der drei großen Fraktionen von SPD, Grünen und CDU fiel überraschend heftig aus. Einheitlich warfen sie dem linken Fraktionschef Michèl Pauly vor, nicht den Weg des Dialogs, sondern den der Bloßstellung gesucht zu haben. Offenbar hatte Pauly einen Nerv getroffen, indem er öffentlich von einer "Lex Meihsies" sprach und eine Selbstbedienungsmentalität der Gruppenführer anprangerte.

Nur ein Fauxpas?

01.12.2011 - Peinlich ist es schon, wenn eine bereits getroffene Entscheidung des Rats zu einem Bebauungsplan - in diesem Fall die Nr. 144 "Wohnpark am Wasserturm" - wiederholt werden muss, nur weil die Verwaltung nicht in der Lage war, allen Ratsmitgliedern gleiche Informationen zur Verfügung zu stellen. Peinlich insbesondere deshalb, weil es sich bei der Entscheidung nicht um Irgendwas, sondern um ein umstrittenes Bauprojekt handelt, das noch in den letzten Amtsstunden des alten Rats durchgewunken wurde.