Kommentar

Freiheit aushalten

04.03.2013 - Dr. Gerhard Scharf wagte sich im Rat weit vor mit seiner Bemerkung, dass die Entfernung von Denkmalen und die Umbenennung von Straßen in letzter Konsequenz wieder beim "Bücherverbrennen" enden könne. Der CDU-Poltiker wird sich der Wahl seiner Worte bewusst gewesen sein, denn nicht nur als Historiker weiß Scharf um die Bedeutung dieses Begriffs. Das Echo darauf in weiten Teilen des Rats war absehbar - und zeigte damit auch, dass Scharf mit seinen Befürchtungen vielleicht gar nicht so sehr daneben gegriffen hat.

Arsen oder Mensa?

19.02.2013 - Es ist ruhig in Alt Garge, verdächtig ruhig. Während in der nicht weit entfernten Hansestadt an der Ilmenau Legionen von Politikern und Demokratieschützern sich an aufmüpfigen Straßenschildern abarbeiten, sieht sich der idyllische Ort an der Elbe einem fast beleidigenden Desinteresse regionaler Politik ausgesetzt. Und das, obwohl die Arsen-Funde von Alt Garge bereits den Weg in die Fernseh-Wohnzimmer des Landes gefunden haben.

Was ist hier eigentlich los?

18.02.2013 - Nun ist es endlich raus: Die rot-grüne Mehrheitsgruppe will die "Gesamtlösung". Man zuckt schon ein wenig zusammen, wenn man diesen Begriff im Kontext der Umbenennung von Straßennamen liest, deren Namensgeber sich angeblich zu großer Nähe zum Nationalsozialismus verdächtig gemacht haben. Abgesehen von der unerträglichen Leichtigkeit, mit der in dieser Stadt kurzerhand Straßennamen geändert und Denkmale verschwinden sollen, fragt man sich inzwischen, ob die Mehrheit des Rates noch zu einer halbwegs nüchternen Lage-Einschätzung fähig ist.

Und was jetzt?

23.01.2013 - Das war absehbar. Kaum liegt das Ergebnis der Bürgerbefragung auf dem Tisch, geht die Streiterei um die Elbbrücke weiter: Die Brücke kommt, rufen die einen und freuen sich über die stattliche Mehrheit von 49,5 Prozent. Keineswegs, sagen die anderen, und verweisen darauf, dass dem ja immerhin 50,5 Prozent andere Stimmen gegenüber stehen. Weit gefehlt, rufen wieder die ersten, darin seien ja nur 28,1 Prozent, die sich gegen das Millionen-Projekt ausgesprochen haben, tatsächlich seien also 71,9 Prozent für die Brücke. Alles Unsinn, sagen wieder die anderen, die Ja-Sager haben ja in Wirklichkeit eigentlich Nein gesagt.

Das kann teuer werden

19.12.2013 - Es war so bequem. Das Land Niedersachsen hatte in den neunziger Jahren alles fein säuberlich aufgelistet und seine Altlastenerkenntnisse inklusive Gefahreneinschätzung an den Landkreis übergeben. Der war froh, dass er nicht nur eine fertige Liste, sondern mit der Müll-Deponie in Alt Garge auch gleich den Hinweis bekam, dass es dort anscheinend doch nicht so gefährlich sei, wie zuvor angenommen, schließlich wurde die Deponie von ursprünglich 93 auf 71 Punkte herabgestuft. Was will man mehr! Und warum sich dann noch die Mühe machen, selber mal nachzuschauen, was denn da so alles im Boden verbuddelt ist.

O du fröhliche

12.12.2012 - Weihnachten steht vor der Tür, Zeit für innere Einkehr und - Geschenke. Doch da ist noch ein "Fest", das sich gern für großzügige Geschenke anbietet: die Landtagswahl am 20. Januar. Rechtzeitig vor beiden Ereignissen hat nun der Landkreis tief in seine Taschen gegriffen und ein ganzes Bündel aus Monats- und Zehnerkarten herausgezogen, mit denen die Elb-geplagten Pendler aus dem Amt Neuhaus frohgestimmt werden sollen. Dass bei ihnen etwas ganz anderes auf dem Wunschzettel steht, nämlich eine Brücke, macht die Sache nicht leichter.

In den Sand gesetzt

05.12.2012 - Zugegeben, die graue und laublose Jahreszeit hinterlässt immer eine Spur Tristesse, doch der Anblick, den der Besucher des neu gestalteten St.-Stephanus-Platzes seit gestern vorfindet, besticht durch gestaltete Trostlosigkeit. Eine gepflasterte Einöde, in die ein paar quadratische, kniehohe Betonkisten für Bäume gesetzt wurden, streckt sich zwischen dem Ökumenischen Gemeindezentrum und den Kleingewerbeläden entlang, um schließlich an der Einmündung der Kurt-Huber-Straße in die Carl-Friedrich-Goerdeler-Straße im Nichts zu verenden.

Fehl am Platz

04.12.2012 - 14.30 Uhr, Schrangenplatz. Hat sich die Redaktion womöglich im Termin geirrt? Ein Blick auf die unübersehbaren Plakate in der Innenstadt gibt Sicherheit: Stephan Weil kommt um 14.30 Uhr. Also doch richtig. Wo aber ist der Spitzenkandidat der SPD, der - so die Ankündigung - das Gespräch mit Lüneburger Bürgern führen möchte? "Der ist mit der LZ in ein warmes Lokal gegangen", verrät ein junger, freundlicher Mann von der SPD, der ebenfalls auf Weil wartet, um ein paar Fotos vom heißen Wahlkampf zu machen.

Peinlich!

16.10.2012 - Stattlich soll er sein, gut gewachsen und groß - und natürlich umsonst. Die Abholung übernimmt großzügig die Stadt, die sich anschließend auf ihren schönsten Plätzen mit ihm schmücken will. Die Rede ist vom Weihnachtsbaum. Dem edlen Spender wird versichert, dass er für Transport und anschließender Entsorgung nicht aufkommen müsse. Aber sein Grundstück sollte schon in der Hansestadt oder zumindest im nahen Umfeld liegen, schließlich kann man der Verwaltung ja auch nicht zu lange Anfahrtswege zumuten.

(K)nebelvertrag

23.09.2012 - Wer künftig mit der Stadt Verträge abschließen will, sollte vorher einmal beim LVL, dem Luftsportverein Lüneburg, vorbeifahren. Was er dort zu hören bekommt in Sachen Planungssicherheit und Verlässlichkeit, wird ihm oder ihr mehr als zu denken geben. Denn was der LVL seit Monaten in seinem Bemühen um eine klare Aussage der Stadt über ein Ja oder Nein zur anstehenden Verlängerung eines simplen Pachtvertrages zu hören bekommt, ist beeindruckend.