Lüneburger Wissen für die Welt

Internationales Interesse an Ultraschall-Diagnostik – Tagung im Klinikum

Ihr Herz schlägt für die Sonographie: (v.l.) Oberärztin Dr. med. Frauke Petersen und Chefarzt Prof. Dr. med. Torsten Kucharzik vom Klinikum Lüneburg sowie Dr. med. Andrew Lee aus Brisbane/Australien. Foto: KlinikumLüneburg, 19.11.2016 - In Deutschland zählt der Ultraschall des Darms als schmerzfreie, strahlungsfreie und unaufwändige Untersuchungsmethode bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) inzwischen zur Standarddiagnostik. Anders sieht es dagegen in den meisten Ländern dieser Welt aus. Dies zu ändern, war Ziel einer Auftaktveranstaltung, die vom 4. bis 6. November am Klinikum Lüneburg stattfand. An dem internationalen Ultraschall-Workshop für chronisch entzündliche Darmerkrankungen kamen Gastroenterologen aus ganz Europa, Australien und Kanada.

"Im Gegensatz zu Deutschland gehört der Ultraschall des Darms in den meisten Ländern dieser Welt nicht zur internistisch-fachärztlichen Ausbildung und wird dort, wenn überhaupt, vereinzelt durch Radiologen durchgeführt. Dabei hat die Ultraschalluntersuchung gerade bei Morbus Crohn einen hohen Stellenwert für die Verlaufskontrolle und das frühzeitige Erkennen von Komplikationen der Erkrankung“, sagt Prof. Dr. med. Torsten Kucharzik, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie des Klinikums Lüneburg. Gemeinsam mit Prof. Dr. med. Christian Maaser, Leiter des Bereichs Gastroenterologie des Ambulanzzentrums Lüneburg, zählt er zu den Mitbegründern einer internationalen Initiative zur Verbreitung der Anwendung des Darmultraschalls bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.

Gemeinsam mit Oberärztin Dr. med. Frauke Petersen, Leiterin der Sonographie-Abteilung und zertifizierte DEGUM-Ausbilderin für Ultraschalldiagnostik, hatten die beiden Experten zum ersten Modul dieses internationalen Ultraschall-Workshops für chronisch entzündliche Darmerkrankungen nach Lüneburg eingeladen. Die Teilnehmer eigneten sich unter anderem Basiswissen zum Darmultraschall an und trainierten an Geräten.

Im Anschluss an dieses erste Modul hospitieren die Teilnehmer nun für vier Wochen in ausgewiesenen Zentren für Darmultraschall. Beispielsweise arbeitet Dr. med. Andrew Lee, Gastroenterologe aus Brisbane/Australien, noch bis Dezember am Klinikum Lüneburg. Danach wird er das neu erworbene Wissen in seiner Heimat in den Klinikalltag integrieren. Den Abschluss der Ultraschall-Ausbildung bildet eine Prüfung mit anschließender Zertifikatsvergabe. Beides findet im Rahmen der Jahrestagung der europäischen Crohn- und Colitis-Vereinigung (EFCCA) im Februar 2017 in Barcelona statt.

Die Lüneburger Auftaktveranstaltung fand ein sehr positives Echo bei den Teilnehmern. "Dies war der beste und spannendste Fortbildungskurs, den ich je besucht habe", sagte Prof. Siwar Albashir von der McMaster Universität, Hamilton (Kanada). Prof. Dr. Maaser hält bereits am kommenden Wochenende wieder einen Fachvortrag zum Thema Darmultraschall bei einem Kongress in Kanada.

Die beiden Chefärzte Kucharzik und Maaser sowie Prof. Dr. med. Peter Dall, Chefarzt der Frauenklinik des Klinikums Lüneburg, sind auch im Jahr 2016 in die Ärzteliste des Nachrichtenmagazins "Focus" aufgenommen worden.

 

 

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