Reppipeppi im Zwergenland

Kindertagespflege als berufliche Alternative

Lüneburg/Reppenstedt, 11.06.2013 - "Zwergenland" und "reppipeppi" - so nennen sich zwei Einrichtungen für die Kindertagespflege, die ihren Schwerpunkt auf die Betreuung von kleinen Kindern im Alter bis 3 Jahren und in kleinen Gruppen gelegt haben. Die Pflegeeltern - jeweils zwei pro Einrichtung - hatten ursprünglich andere berufliche Ziele, doch nach ihrer Qualifizierung als Kindertagspfleger möchte von ihnen keiner mehr tauschen - weder mit dem alten Job noch mit dem Arbeitsort: Ines Wenzel und Mirja Griebel, Daniela Jones und André Schultheiß haben sich in der Kindertagespflege verwirklicht.

Zu zweit betreuen die Teams jeweils acht Kinder im Alter bis 3 Jahren, und das fast wie in einer Großfamilie. Das „Zwergenland“ in Lüneburg betreiben zwei Schwestern: Ines Wenzel (42) und Mirja Griebel (39). Gelegen im oberen Stockwerk des eigenen Hauses mit großem Garten, könnte die Tagespflege auch "Zwergenparadies" heißen. "Wir gehen mit den Kindern unheimlich viel in den Garten", erzählt Ines Wenzel. Während des Erziehungsurlaubs für ihre Jüngste hat sich die Altenpflegerin entschieden, auf Tagespflege umzusatteln - und ihre Schwester, Zahnarzthelferin, fand die neue Arbeit des Familienmitglieds so interessant, dass sie ebenfalls eine Qualifizierung bei der Fachberatung Kindertagespflege absolvierte. Seit 2010 betreuen die beiden gemeinsam acht Kinder - und sind auch ohne Werbung und trotz der Schließung am Montag stets ausgebucht.

"Der Job ist kreativer als vorher", sagt Ines Wenzel. "Wir beide haben unsere Entscheidung niemals bereut." Klein, kuschelig und familiennah ist das „Zwergenland“,  darauf legen die Schwestern großen Wert. Sie kochen gemeinsam mit den Kindern, pflegen ein Erdbeer- und ein Kräuterbeet, gehen in den Wald und in den Kurpark, machen viel Musik. Eltern- und Entwicklungsgespräche führen sie nach Bedarf, es gibt einen Kennenlern-Abend für neue Eltern, und einmal pro Quartal tauschen sich die Tagesmütter beim Qualitätszirkel aller Großtagespflegestellen in Stadt und Landkreis aus. "Das ist wichtig für den Austausch, für andere Eindrücke und Ideen."

Familiäre Nähe steht auch bei Daniela Jones (26) und ihrem Partner André Schultheiß (40) an erster Stelle: Gemeinsam betreiben sie seit Ende April "reppipeppi" in Reppenstedt in frisch renovierten, gemieteten Räumlichkeiten nahe dem Einkaufszentrum. Es gibt ein Schlafzimmer, einen großen Spielraum und nebenan einen Kursraum für Angebote in Kooperation mit der Familienbildungsstätte. "Als nächstes ist die Gestaltung des Außengeländes dran", sagt André Schultheiß. "Bis zum Sommer wollen wir den Garten nutzen können."

Beide haben ihre Qualifizierung bei der Fachberatung Kindertagespflege absolviert, Daniela Jones betreute bereits seit einem Jahr Kleinkinder bei sich zu Hause. Dem Gymnastiklehrer hat die Arbeit seiner Partnerin so gut gefallen, dass er sich ebenfalls zu einer Ausbildung entschloss - und seither eine große Lücke schließt: die der männlichen Betreuungspersonen.

"Die Arbeit macht viel Spaß und ist abwechslungsreich", sagt der frisch gebackene Tagesvater. Die eigene Tochter ist ebenfalls bei "reppipeppi" dabei, und gemeinsam wollen die beiden den Mädchen und Jungen Bildungsprozesse und Alltagsabläufe wie in einer Familie bieten. "Wir gehen zusammen einkaufen und kochen zusammen", berichtet André Schultheiß, und Daniela Jones ergänzt: "Wir sind zwei Betreuer für acht Kinder, haben außerdem eine Vertretung, die gerade selbst die Qualifizierung durchläuft. Daher können wir jedem Kind gerecht werden. Wir sind flexibel und bieten Familiennähe, veranstalten Elternabende und Feste."

Für die Qualifizierung, Beratung und Fortbildung von Kindertagespflegepersonen in Stadt und Landkreis ist die Fachberatung Kindertagespflege Bei der St. Johanniskirche 3 zuständig. Der nächste Kursus beginnt im Herbst 2013, sofortige Bewerbungen sind möglich, weitere Informationen gibt die Fachberatung Kindertagespflege unter Telefon 04131-35513.

 

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