Kaffeegenuss ohne Umweltreue

Radbrucher Initiative setzt auf Thermo-Becher – 100 Exemplare werden kostenlos verteilt

Adi Gruhn vom Laden (l.) und Melissa Duda vom Echo-Team mit ihrem Radbruch-Becher. Foto: Achim GründelRadbruch, 12.02.2017 - Schnell noch einen Kaffee für unterwegs, so beginnt für Viele der morgendliche Arbeitstag. Das Problem: Mit den Einweg-Pappbechern entsteht jede Menge Verpackungsmüll. In Radbruch hat man sich jetzt eine Aktion ausgedacht, wie beides – morgendlicher Kaffeegenuss auf der einen und weniger Pappe auf der anderen Seite – unter einen Hut gebracht werden kann: Der Radbruchbecher. Für die Schnellsten unter den Kaffeeschlürfern steht sogar ein kostenloses Exemplar bereit. Der Radbrucher Laden gibt die ersten 100 Exemplare frei ab.  

Pro Woche werden im Radbrucher Laden etwa 100 Einwegbecher für Kaffee-Kunden ausgegeben – pro Jahr 5.200, wie der frühere Bürgermeister Achim Gründel erklärt. Für ihre Stammkunden will das Radbrucher-Echo-Team und "Unser Laden" künftig Thermobecher aus Edelstahl bereithalten. "Das Prinzip ist einfach: Man bekommt einen eigens bedruckten Thermobecher. Den kann man sich immer wieder neu füllen lassen und bekommt auch noch 10 Cent Rabatt. Natürlich kann man die Tasse auch für Kaffee Latte, Tee, Milch oder ähnliches nutzen", sagt Achim Gründel. Die viele Vorteile: Es wird jede Menge Verpackungsmüll eingespart, das Getränk bleibt länger warm und man hat eine ansehnliche Tasse statt eines Pappbechers.

Die ersten Kunden erhalten den Becher kostenlos. Finanziert wurden die Thermobecher aus Sitzungsgeldern, denn einige aus dem Radbrucher Echo-Team sind Mitglieder des Gemeinderates. Sie legen seit Jahren ihre Sitzungsgelder für derartige Projekte zusammen. Hinzu kam eine Einzelspende, und so können 100 Becher für den Zweck verschenkt werden.

Melissa Duda vom Echo-Team ist begeistert: "Bei dieser Aktion habe ich spontan mitgemacht, weil es mich eigentlich jeden Morgen ärgert, wenn ich mir einen Pappbecher für den Kaffee hole. Ich finde es toll, dass unser Laden in Radbruch da mitmacht." Und Margit Schröder von "Unser Laden" sagt: "Für Kunden, die den Kaffee bei uns auf der Bank trinken, bieten wie schon lange Keramikbecher an. Nun haben wir auch für den Coffee to go ein sinnvolles Angebot. Die Ersparnis gebe ich gerne an die Kunden weiter."

Achim Gründel, Initiator und im Echo-Team, fügt hinzu: "Wenn es um Umwelt und Müll geht, sieht man gerne die großen Probleme. Aber auch in unserem Dorf – vor Ort – kann man einen Beitrag leisten. Müllvermeidung fängt nämlich schon hier an. Die Aktion ist nicht nur nützlich, sie macht auch Spaß."

 

 

 

 

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